- 04.08.1997, 10:31:24
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- OTS0046
In der Hitze des Sommers genug trinken
Wien (OTS) - Eine ausreichende tägliche Wasserzufuhr ist die
Voraussetzung für den ordnungsgemäßen Ablauf aller Körperfunktionen
und somit für die Gesundheit des Menschen. Der Mensch ist gegenüber
Schwankungen in seinem Flüssigkeitshaushalt wesentlich empfindlicher
als gegenüber Veränderungen in der Zufuhr verschiedener Bestandteile
der festen Nahrung.
Die Flüssigkeitsbilanz eines gesunden erwachsenen Menschen liegt
um 2,5 l täglich. Die Flüssigkeitszufuhr erfolgt zur Hälfte durch
Trinken und durch die Aufnahme und Verarbeitung fester Nahrung.
Die Flüssigkeitsabgabe aus dem Organismus erfolgt über die
Harnproduktion, den Kot, durch Schweiß sowie in Form einer
Wasserdiffusion durch die Haut und die Schleimhäute der Atemwege. Die
Flüssigkeitsverluste durch Schweiß und Kot können mitunter
beträchtliche Ausmaße annehmen und sind nur schlecht regulierbar.
In der Hitze des Sommers sollte naturgemäß dem Wasser- und
Salzverlust durch den Schweiß besondere Beachtung geschenkt werden.
Unter Extrembedingungen (z.B. längerdauernde körperliche Aktivität
bei schwülem Wetter) können sogar Flüssigkeitsverluste im Ausmaß von
einigen Litern binnen weniger Stunden auftreten. Dabei gehen auch
beträchtliche Mengen an Salzen verloren. Bei der Deckung dieser
Defizite muß daher der Wahl eines entsprechend geeigneten Getränks
besondere Beachtung geschenkt werden.
Bekanntlich stehen dem Menschen zur Deckung seines
Flüssigkeitsbedarfs verschiedene Arten von Getränken zur Verfügung.
Dabei kann aus ernährungsphyiologischer Sicht grundsätzlich zwischen
Getränken unterschieden werden, die kalorienhaltig sind und solchen,
mit deren Aufnahme keine zusätzliche Energiezufuhr verbunden ist. Zur
erstgenannten Gruppe gehören im wesentlichen die verchiedenen
Limonaden mit einem unterschiedlich starken Zuckergehalt und die
alkoholhaltigen Getränke. Zur zweitgenannten Gruppe sind
Leitungswasser, Sodawasser, Quellwasser und die große Gruppe der
natürlichen Mineralwasser zu zählen.
Die Zufuhr kalorienhaltiger Getränke zum Zwecke des Ersatzes des
täglichen Flüssigkeitsbedarfs ist aus ernährungmedizinischer Sicht
nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Bezüglich der alkoholhaltigen
Getränke liegt die Begründung auf der Hand. Aber auch zuckerhaltige
Getränke sind kein idealer Flüssigkeitsersatz. Angesichts der
Tatsache, daß die Kalorienzufuhr mit der Nahrung in unserer
Bevölkerung als hoch zu bezeichnen ist und dies auch für die
Zuckerzufuhr gilt, sind zuckerhaltige Limonaden aus
ernährungsmedizinischer Sicht nicht unbedingt zum Dauerkonsum in
jenen Mengen zu empfehlen, die für die Deckung des täglichen
Flüssigkeitsbedarfs notwendig sind. Dies widerspricht natürlich nicht
ihrem Genußwert und bedeutet auch nicht, daß ihr gelegentlicher
Konsum abzulehnen wäre. Als ideale Form des Flüssigkeitsersatzes
verbleibt somit das Wasser in seiner natürlichen Form.
Angesichts der Tatsache, daß mit der Wasserausscheidung dem
Organismus immer auch Mineralstoffe verloren gehen, scheint eine
Flüssigkeitsbedarfsdeckung mit natürlichen Mineralwässern auch eine
günstige Form des Ersatzes zu sein. In Anbetracht dessen, daß es sehr
viele unterschiedliche Getränke gibt, die jeweils ihre Vor- und
Nachteile aufweisen, ist eine umfassende Information in dieser
Angelegenheit sicherlich von großem Nutzen. Dieser Tatsache hat auch
die Österreichische Gesellschaft für Ernährung Rechnung getragen und
am 16. Juni 1997 ein Symposium zu dieser Thematik unter dem Titel
"Vom stillen Wasser zum Energy Drink" veranstaltet. Die Vorträge
dieses gut besuchten Symposiums liegen schriftlich vor und können zum
Betrag von S 200 zuzügliche Porto von der Österreichischen
Gesellschaft für Ernährung bezogen werden.
Der Autor ist Univ.-Prof.Dr. Wolfgang Marktl, Institut für
medizinische Physiologie, Schwarzspanierstr. 70, 1090 Wien.
Rückfragehinweis: ÖGE
Tel.: 714 71 93
Fax: 718 61 46
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