In der Hitze des Sommers genug trinken

Wien (OTS) - Eine ausreichende tägliche Wasserzufuhr ist die Voraussetzung für den ordnungsgemäßen Ablauf aller Körperfunktionen und somit für die Gesundheit des Menschen. Der Mensch ist gegenüber Schwankungen in seinem Flüssigkeitshaushalt wesentlich empfindlicher als gegenüber Veränderungen in der Zufuhr verschiedener Bestandteile der festen Nahrung.

Die Flüssigkeitsbilanz eines gesunden erwachsenen Menschen liegt um 2,5 l täglich. Die Flüssigkeitszufuhr erfolgt zur Hälfte durch Trinken und durch die Aufnahme und Verarbeitung fester Nahrung.

Die Flüssigkeitsabgabe aus dem Organismus erfolgt über die Harnproduktion, den Kot, durch Schweiß sowie in Form einer Wasserdiffusion durch die Haut und die Schleimhäute der Atemwege. Die Flüssigkeitsverluste durch Schweiß und Kot können mitunter beträchtliche Ausmaße annehmen und sind nur schlecht regulierbar.

In der Hitze des Sommers sollte naturgemäß dem Wasser- und Salzverlust durch den Schweiß besondere Beachtung geschenkt werden. Unter Extrembedingungen (z.B. längerdauernde körperliche Aktivität bei schwülem Wetter) können sogar Flüssigkeitsverluste im Ausmaß von einigen Litern binnen weniger Stunden auftreten. Dabei gehen auch beträchtliche Mengen an Salzen verloren. Bei der Deckung dieser Defizite muß daher der Wahl eines entsprechend geeigneten Getränks besondere Beachtung geschenkt werden.

Bekanntlich stehen dem Menschen zur Deckung seines Flüssigkeitsbedarfs verschiedene Arten von Getränken zur Verfügung. Dabei kann aus ernährungsphyiologischer Sicht grundsätzlich zwischen Getränken unterschieden werden, die kalorienhaltig sind und solchen, mit deren Aufnahme keine zusätzliche Energiezufuhr verbunden ist. Zur erstgenannten Gruppe gehören im wesentlichen die verchiedenen Limonaden mit einem unterschiedlich starken Zuckergehalt und die alkoholhaltigen Getränke. Zur zweitgenannten Gruppe sind Leitungswasser, Sodawasser, Quellwasser und die große Gruppe der natürlichen Mineralwasser zu zählen.

Die Zufuhr kalorienhaltiger Getränke zum Zwecke des Ersatzes des täglichen Flüssigkeitsbedarfs ist aus ernährungmedizinischer Sicht nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Bezüglich der alkoholhaltigen Getränke liegt die Begründung auf der Hand. Aber auch zuckerhaltige Getränke sind kein idealer Flüssigkeitsersatz. Angesichts der Tatsache, daß die Kalorienzufuhr mit der Nahrung in unserer Bevölkerung als hoch zu bezeichnen ist und dies auch für die Zuckerzufuhr gilt, sind zuckerhaltige Limonaden aus ernährungsmedizinischer Sicht nicht unbedingt zum Dauerkonsum in jenen Mengen zu empfehlen, die für die Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs notwendig sind. Dies widerspricht natürlich nicht ihrem Genußwert und bedeutet auch nicht, daß ihr gelegentlicher Konsum abzulehnen wäre. Als ideale Form des Flüssigkeitsersatzes verbleibt somit das Wasser in seiner natürlichen Form.

Angesichts der Tatsache, daß mit der Wasserausscheidung dem Organismus immer auch Mineralstoffe verloren gehen, scheint eine Flüssigkeitsbedarfsdeckung mit natürlichen Mineralwässern auch eine günstige Form des Ersatzes zu sein. In Anbetracht dessen, daß es sehr viele unterschiedliche Getränke gibt, die jeweils ihre Vor- und Nachteile aufweisen, ist eine umfassende Information in dieser Angelegenheit sicherlich von großem Nutzen. Dieser Tatsache hat auch die Österreichische Gesellschaft für Ernährung Rechnung getragen und am 16. Juni 1997 ein Symposium zu dieser Thematik unter dem Titel "Vom stillen Wasser zum Energy Drink" veranstaltet. Die Vorträge dieses gut besuchten Symposiums liegen schriftlich vor und können zum Betrag von S 200 zuzügliche Porto von der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung bezogen werden.

Der Autor ist Univ.-Prof.Dr. Wolfgang Marktl, Institut für medizinische Physiologie, Schwarzspanierstr. 70, 1090 Wien.

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