Berentzen-Gruppe: Paragraph 15 WpHG-Mitteilung (Teil 1 von 2)

Haselünne (ots-Ad hoc-Service) - Mitteilung gemäß Paragraph 15 WpHG übermittelt von der DGAP. Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.

Berentzen-Gruppe 01-06 1997

Umsatzentwicklung im zweiten Quartal leicht verbessert

Ergebnisbelastung durch außerordentliche Kosten

Die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft, Haselünne, hat ihren Umsatz ohne Branntweinsteuer im zweiten Quartal 1997 um 11% gegen-über den ersten drei Monaten des Jahres gesteigert und damit zum Umsatzniveau des Vorjahres aufgeschlossen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr DM 263 Mio ohne Branntweinsteuer erlöst (Vorjahr: DM 260 Mio). Hierzu trug das Stamm- geschäft (ohne Produktinnovationen und Akquisitionen der letzten zwei Jahre) mit plus 2,7% bei, obwohl das Konsumklima in Deutschland nach wie vor schlecht und der Spirituosenmarkt rückläufig ist. Trotz der Umsatzsteigerung ging der Gewinn nach Steuern überwiegend aufgrund auþerordentlicher Kosten im Zusammenhang mit der Standortoptimierung und der SAP/R3-Einführung im Konzern von DM 11 Mio auf DM 6 Mio um 46% zurück.

Inklusive Branntweinsteuer erlöste die Berentzen-Gruppe bis Ende Juni DM 548 Mio bzw. 8,5% mehr als im Vorjahr. Vor dem Hintergrund eines um 3,3% rück- läufigen deutschen Spirituosenmarktes wurden 63 Millionen 0,7 l-Flaschen Spirituosen abgesetzt, und damit 16% mehr als im ersten Halbjahr 1996 (54,5 Millionen 0,7 l-Flaschen). Im gleichen Zeitraum stieg der Absatz von alkohol-freien Getränken um 18% auf 731 Tsd hl (Vorjahr: 618 Tsd hl), während die Marktentwicklung auf Vorjahresniveau verharrte.

Markenspirituosen unter Druck

Während sich der Wettbewerb am deutschen Spirituosenmarkt weiter inten- sivierte, konnte die Berentzen-Gruppe ihren Markenabsatz im ersten Halbjahr um 7,2% auf 32,7 Mio 0,7 l-Flaschen steigern. Hiervon entfielen 6 Mio 0,7 l- Flaschen auf denMitte 1996 übernommenen Strothmann Weizenkorn, 1 Mio 0,7 l- Flaschen auf die Neueinführung "Berentzen Grüne Birne" und 3 Mio 0,7 l- Flaschen (6 Mio Einheiten umgerechnet auf 0,7 l) auf die alkoholischen Mix- getränke. Damit blieb der Absatz der alkoholischen Mixgetränke (4%vol Alkohol) deutlich unter den Erwartungen, was zum einen auf den bisher ungewöhnlichen Sommerverlauf, zum anderen aber auch darauf zurückzuführen ist, daß die deut- schen Verbraucher den Produkten noch zurückhaltend gegenüberstehen. Aufgrund preisaggressiver Billig-Angebote kamen die sahnigen Softspirituosen (minus 2,5 Mio 0,7 l-Flaschen) unter der Marke Berentzen besonders unter Druck.

Nachdem der Markenumsatz Ende des ersten Quartals noch um 14% unter Vorjahr gelegen hatte, konnte im Gesamthalbjahr mit DM 153 Mio (minus 2%) trotzdem nahezu wieder das Vorjahresniveau erreicht werden.

Handels- und Zweitmarken wachsen durch Akquisitionen

Die Sparte Handels- und Zweitmarken trug mit 30,3 Mio 0,7 l-Flaschen (plus 26%) und DM 54 Mio ohne Branntweinsteuer (plus 8%) zur Entwicklung bei. Dabei geht das Wachstum überwiegend auf die <bernahme der Strothmann Brennereien und von CW Tasche zurück.

Alkoholfreie Getränke über Vorjahr

Im Geschäftsfeld Alkoholfreie Getränke und Getränkefachgroßhandel wurden im ersten Halbjahr 731 Tsd hl und damit 18% mehr als im Vorjahreszeitraum (618 Tsd hl) abgesetzt. Der Umsatz erreichte DM 56 Mio und lag damit knapp 3,7% über dem Vorjahr. Die unterproportionale Umsatzentwicklung geht zum einen darauf zurück, daß mit den Akquisitionen des letzten Jahres vor allem Produkte im niedrigpreisigen Bereich übernommen wurden, ist zum anderen aber auch durch den negativen Sommerverlauf begründet.

Stammgeschäft im Plus

Das Stammgeschäft (Umsatz ohne Produktinnovationen und Akquisitionen) der Berentzen-Gruppe lag Ende Juni 1997 mit 2,7% über dem vergleichbaren Vor- jahreswert und erreichte DM 202 Mio. Gleichwohl war die organische Umsatzent- wicklung (Stammgeschäft plus Produktinnovationen) leicht negativ (minus 5%).

Während das Unternehmen im ersten Halbjahr 1996 vor allem von dem Erfolg der im vorangegangenen Herbst eingeführten neuen Produkte hatte profitieren können, sind die Innovationen 1997 - alkoholhaltige Mixgetränke und Berentzen Grüne Birne - erst seit Beginn des zweiten Quartals im Markt. Aus diesem Grund ging der Beitrag der neuen Produkte im ersten Halbjahr 1997 auf DM 24,4 Mio zurück (Vorjahr: DM 41,0 Mio), auch wenn der Anteil der Produktinnovationen der letzten zwei Jahre insgesamt von DM 7,5 Mio im ersten Quartal 1997 auf DM 16,9 Mio im zweiten Quartal 1997 angestiegen ist.

Die aus Akquisitionen des Vorjahres resultierenden Umsätze ohne Branntwein- steuer summierten sich im ersten Halbjahr '97 auf DM 36,2 Mio und lagen damit 63,8% über Vorjahr. Weitestgehend entstammen die Beiträge der erstmalig ganz- jährigen Konsolidierung der Strothmann Brennereien und der Brandenburgischen Mineral-Quelle Grüneberg.

Zusätzliche Vertriebskosten und zusätzlicher Aufwand für SAP-Einführung

Durch Ausschöpfung von Einkaufspotentialen und aufgrund von Umgliederungen im Konzern ging der Materialaufwand von 48% auf 41% vom Umsatz ohne Branntweinsteuer zurück und lag mit DM 108 Mio 12,9% unter Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Personalaufwand um DM 5 Mio auf insgesamt DM 37 Mio an, was überwiegend auf die Integration der im zweiten Halbjahr 1996 übernommenen Unternehmen zurückzuführen ist. Die Einführung des neuen Informations- und Steuerungssystems SAP/R3 im Konzern sowie zusätzliche Vertriebskosten trugen mit DM 2 Mio bzw. DM 9 Mio zur Erhöhung des Gesamtaufwands bei. Mit DM 49 Mio blieb der Marketingaufwand gegenüber dem Vorjahr stabil.

Außerordentliche Kosten für Standortoptimierung: Ergebnisbelastung schafft Grundlagen für die weitere qualitative Entwicklung

Die Kosten für das Standortoptimierungsprogramm sowie die genannten Vertriebs- aktivitäten der Gruppe, die der Vorstand bereits auf der Jahrespressekonferenz im Mai angekündigt hatte, haben im wesentlichen dazu beigetragen, daß der Gewinn nach Steuern um 46,4% auf DM 6 Mio gegenüber dem ersten Halbjahr 1996 gesunken ist. Dabei ist das Restrukturierungsprogramm der Gruppe auf gutem Wege: Die angekündigte Reduzierung der Produktionsanlagen von 27 auf 16 Linien ist nahezu abgeschlossen. Insgesamt wurden bereits 55 Arbeitsplätze sozial- verträglich abgebaut, so daß sich die Anzahl der Mitarbeiter im Konzern Ende Juni 1997 auf 1.096 belief.

Der Vorstand betont, daß der bisher außergewöhnliche Sommerverlauf und die sich in Deutschland fortsetzende Konsumflaute den Absatz alter und neuer Produkte deutlich erschwert haben. Nur noch ein starkes zweites Halbjahr könne dazu beitragen, die zusätzlichen Kosten für das Restrukturierungsprogramm und die SAP-Einführung in Höhe von insgesamt DM 8 Mio auszugleichen, um so die Differenz zum Überschuß des Vorjahres zu reduzieren. Um so mehr sei die Umsatzerholung im zweiten Quartal ein Lichtblick. Im übrigen seien die Programme zur dauerhaften Kostenreduzierung im Konzern und die Verkaufs- initiativen im Markt wie geplant angelaufen.

Ende der Mitteilung

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