"Psychotest" auch bei Fachpsychologen

wien (OTS) - Der Berufsverband Österreichischer Psychologen (BÖP) teilt mit, daß - wie noch zu wenig bekannt - der psychologische Test im Rahmen des neuen Waffengesetzes selbstverständlich auch bei niedergelassenen Fachpsychologinnen und Fachpsychologen für psychologische Diagnostik, die als Begutachtungsstelle eingetragen sind, absolviert werden kann.

So bieten z.B. psychologische Sachverständige oder Vertragspsychologen für klinisch-psychologische Diagnostik, bei denen psychologische Untersuchungen auf Krankenschein in Anspruch genommen werden können, neben ihren übrigen psychologischen Leistungen auch die psychologische Begutachtung entsprechend der Waffengesetz-Durchführungs-verordnung an. Das bedeutet für die Antragsteller, daß sie frei wählen können, wo sie diesen Test absolvieren möchten, die Kosten betragen auch beim niedergelassenen Psychologen 2.500,-, Termine können frei vereinbart werden.

Auch für die Durchführung der Begutachtung lt. Waffengesetz gelten die strengen Richtlinien der Berufspflichten von Psychologen und der Ethik-Richtlinien für psychologische Tätigkeiten. Dazu gehört auch, daß der Antragsteller bei Bestehen des Tests ein psychologisches Gutachten erhält, das ihm bescheinigt, daß es derzeit keine Anzeichen auf mangelnde Verläßlichkeit gibt, daß aber außer einer Begründung für diese Feststellung keine detaillierten Testergebnisse an die Behörde weitergegeben werden.

"Die Richtlinien für eine psychologisch-wissenschaftlich fundierte Vorgangsweise und vor allem die Verschwiegenheitspflicht haben auch für die Durchführung von psychologischen Begutachtungen im Rahmen des Waffengesetzes zu gelten," meint dazu Dr. Senta Feselmayer, die Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen.

Aus diesem Grund arbeitet auch im Rahmen des BÖP eine Projektgruppe bestehend aus Fachleuten der forensischen und der klinischen Psychologie an Vorschlägen, wie die Begutachtung nach dem Waffengesetz, deren Durchführung per Verordnung festgelegt ist, noch verbessert werden kann.

Bedauert wird von Seiten des BÖP, daß die Öffentlichkeit über die Möglichkeit, die psychologische Begutachtungsstelle frei zu wählen, zuwenig informiert wurde. Antragsteller erhalten zwar schon jetzt von den Behörden eine Liste aller Begutachtungsstellen und somit auch der Psychologinnen und Psychologen, die Begutachtungen durchführen. Da niedergelassene Psychologen aber erst einen formellen Antrag stellen müssen, um als Begutachtungsstelle anerkannt zu werden, wurde in den ersten Wochen der Gültigkeit der Verordnung der Eindruck erweckt, daß nur das KfV als Begutachtungsstelle zur Verfügung steht, obwohl österreichweit schon jetzt auch niedergelassene Psychologinnen und Psychologen diese Leistung anbieten.

"Wir hoffen, daß möglichst rasch alle Fachpsychologen, die im Rahmen ihrer Praxis auch die psychologische Begutachtungen nach der Waffengesetz-Durchführungsverordnung anbieten wollen, in die Liste der Begutachtungsstellen aufgenommen werden. Es gibt immer mehr Anfragen von Personen, die den kleineren Rahmen und die persönliche Betreuung einer psychologischen Praxis bevorzugen," berichtet Dr. Feselmayer.

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