Haider in Boston: "Plane 1999 eine Regierung gemeinsam mit der SPÖ." Der FP-Chef schließt Zusammenarbeit mit ÖVP aus. Absage von SP-Geschäftsführer Andreas Rudas:

Wien (OTS) - "Nur ein taktischer Gag."

Utl.: Vorausmeldung zu News Nr. 31/31.7.1997 =

In einem Interview mit dem heute erscheinenden
Nachrichtenmagazin News, das der FPÖ-Chef während seines Aufenthaltes in Boston gegeben hat, umreißt Haider seine mittelfristigen, politischen Pläne. Haider will 1999 an die Regierung. Als Partner kann sich der FP-Chef am ehesten die SPÖ vorstellen. Haider: "Wir werden nach den Wahlen natürlich mit allen reden. Die Schüssel-ÖVP erfüllt unsere Vorstellungen derzeit nicht. Dieser Partner ist ein Sanierungsfall, aber kein Regierungspartner für Österreich." Bei der SPÖ orte er derzeti mehr Gemeinsamkeiten: "Für mich ist ein sozialdemokratischer Partner überhaupt kein Problem. Ich muß ihm nur weniger Sozialismus beibringen." Seine Gesprächsbasis mit Klima sei gut. Haider: "ich will ihm keine unnötigen Zores bereiten, aber es ist ausreichend bekannt, daß wir miteinander kein Kommunikationsproblem haben."

Haider will nach den nächsten Wahlen "Erster werden": "Ich möchte so viel Vertrauen bekommen, daß ich als Bundeskanzler beweisen kann, daß wir dieses Land in die richtige Zukunft führen."

Weiters deutet Haider einen eigenen FPÖ-Kandidaten für die Bundespräsidentschaftswahl an. Haider: "Demokratie kann nicht eine Frage des Geldes sein. Die Koalitionsparteien wollen sich nur einen teuren Wahlkampf ersparen. Wir weigern uns, Wahlen nur dann durchzuführen, wenn ausreichend Budget vorhanden ist." Klestil wäre "mit Sicherheit kein Kandidat der Freiheitlichen", wenn ihn die beiden Regierungsparteien nominieren würden. Haider: "In diesem Fall würden wir einen eigenen Kandidaten aufstellen. Wir hätten viele zur Auswahl, ich möchte aber den amtierenden Präsidenten noch nicht schrecken."

Ebenfalls in einem News-Interview erteilt SPÖ-Geschäftsführer Andreas Rudas dem Liebeswerben des FP-Obmanns eine klare Absage: "Es gibt keinen Grund, die Sandkastenspiele Haiders ernst zu nehmen... Wir brauchen verläßliche Partner, keine puren Populisten wie Haider, die einerseits meinen, wir hätten ein Drittel zu viele Beamte, und dann jammern, wenn die Regierung einsparen will." Rudas verweist im News-Interview auch auf "das nach wie vor katastrophale internationale Echo auf Haider, das gerade in unserer EU-Präsidentschaftswahl 1998 nicht zu vernachlässigen ist."

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