ÖBB rüstet für Güterverkehrsoffensive

Lok-Auftrag geht an Siemens AG Österreich

Wien (OTS) - "Nach einem harten, aber fairen Wettbewerb haben wir den Lok-Auftrag an Siemens Österreich vergeben", erklärte ÖBB-Generaldirektor Helmut Draxler. Der Auftrag umfaßt die Lieferung von 75 Hochleistungs (HL)-Lokomotiven bis Ende 2002, wobei eine Option auf weitere 325 Stück besteht. Die erste Lok wird im Jänner 2000 an die ÖBB geliefert. Das Gesamtauftragsvolumen für die 75 Lokomotiven liegt deutlich unter 3 Mrd. S.

Die Auftragsvergabe erfolgte nach einem objektiven, allen Bewerbern bekannten Punktesystem, das Siemens als Bestbieter ausgewiesen hat. "Es war bis zum Schluß ein sehr spannendes Rennen für alle Beteiligten", kommentierte ÖBB- Generaldirektor Draxler die offizielle Anbotsöffnung letzten Donnerstag. Mit dem denkbar knappen Punkterückstand von nur 1,1 Prozent mußte sich Siemens-Mitbewerber ADtranz mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen.

Güterverkehrsoffensive in Europa

Die ÖBB rüsten sich mit der Lok-Großinvestition für den europäischen Wettbewerb. Die Lokomotiven sind sowohl für den Güter-als auch den Personenverkehr einsetzbar. Langfristig sollen sie aber vor allem die Marktoffensive des Güterverkehrs in Europa unterstützen. Durch die Zwei-Frequenz-Technik sind die HL-Loks nicht nur mit den Systemen in Deutschland und der Schweiz kompatibel, sondern können auch auf den Strecken in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Frankreich und Belgien fahren.

Mit der Auftragsvergabe ist es den ÖBB gelungen, Wertschöpfung in Österreich zu sichern. Siemens wird teilweise Komponenten von ÖBB-Werkstätten zukaufen, die komplette Endmontage der Lokomotiven erfolgt im Linzer Werk des ÖBB-Geschäftsbereiches Technische Services.

Technische Daten der HL-Lok

Maximalgeschwindigkeit230 km/h
Leistung 6,4 Megawatt (MW)
Gewicht86 Tonnen (t)
Länge über Puffer19,28 Meter (m)
Maximale Zugkraft300 KiloNewton (kN)

Güterzüge mit mehr als 1.600 Tonnen können mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h befördert werden. Bei einem Gewicht von mehr als 2.000 Tonnen werden 100 km/h erreicht.

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