Greenpeace lehnt "Abspeisemodell" für erneuerbare Energien ab.

Generalübereinkommen ist Anschlag auf die Zukunft erneuerbarer Energien in Österreich

Wien (OTS) - Als "Abspeisemodell" und "Anschlag auf die Zukunft erneuerbarer Energien in Österreich" bezeichnete Greenpeace heute in einer Aussendung das gestern von Wirtschaftsminister Farnleitner und VEÖ-Präsidenten Gruber unterzeichnete Generalübereinkommen. Greenpeace lehnt das Übereinkommen als rückschrittlichste Regelung Europas ab und fordert ein Einspeisegesetz für erneuerbare Energien, das parallel zum Energieorganisationsgesetz beschlossen werden muss. Dafür müsse auch Umweltminister Bartenstein sorgen, der seine Unterschrift unter das Generalübereinkommen zu Recht verweigert hatte.

Die Tatsache, dass Wirtschaftsminister Farnleitner die gegenüber Greenpeace ausgesprochene Zusage, erst nach Einbindung der Betreiberverbände erneuerbarer Energien und von Greeenpeace eine Entscheidung herbeizuführen, nicht eingelöst hat, bezeichnete Greenpeace-Sprecher Alexander Egit als "demokratiepolitisch höchst bedenklich" und "glatten Wortbruch". "Wir hatten noch zumindest zwei Gesprächstermine über die Berücksichtigung von Umweltschutzinteressen vereinbart, die aber nie stattgefunden haben."

In einer Nacht- und Nebelaktion unterzeichneten gestern Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner und VEÖ-Präsident Rudolf Gruber ein Generalübereinkommen zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien. In Hinkunft soll die Einspeisung von Strom aus sauberen Quellen in das Netz um rund 50 Groschen pro Kilowattstunde abgegolten werden. Bis Ende des kommenden Jahres stand dafür 1,20 Schilling zur Verfügung.

Das beschlossene "Abspeisemodell" ist nach Ansicht von Greenpeace oekologisch und klimapolitisch unhaltbar. Die von Österreich selbst gesteckten Klimaschutzziele, wie das Torontoziel (minus 20% CO2 bis 2005), können so nicht erreicht werden. Der Anteil der Erneuerbaren an der Gesamtstromproduktion wird weit unter 0,1 % bleiben. Nach der jetzigen Lösung können pro Jahr nur ca. 4-5 Windräder errichtet werden, während es 1996 nach dem damaligen Modell noch 30 Windräder waren. 140 Windkraftanlagen mit einem Investitionsvolumen von über 1 Mrd. S können nicht verwirklicht werden. Die neue Regelung ist extrem ineffizient und bürokratisch statt marktkonform. Eine Behörde entscheidet anstatt der vielen neuen Jungunternehmer über den optimalen Einsatz von Investitionsmitteln.

Als besonders problematisch bezeichnet Greenpeace Energieexperte Erwin Mayer die nunmehr verfestigte Schlusslichtposition Österreich in Europa: ,Im Vergleich zu Tarifen um 1,20 S in Deutschland oder 2,50 S in Italien steht Österreich sogar im Vergleich mit unseren EU-Nachbarländern als Verhinderer da."

Weitere Informationen: Greenpeace Österreich, Erwin Mayer,

Telefon: 01/710 00 31/48

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP/OTS