Ernste Lage der Hotellerie erfordert konkrete Maßnahmen

Fachverbandsvorsteher Melcher legt Lagebericht vor - Initiativen für Beibehaltung des ermäßigten MWSt-Satzes

Wien (PWK) - Die wirtschaftliche Lage der Hotellerie ist auf jeden Fall sehr ernst. Nach Berechnungen des WIFO wird das laufende Jahr einen weiteren Rückgang der touristischen Nachfrage bringen und auch 1998 noch keine Aufwärtsentwicklung zu erwarten sein. Erst 1999 soll es langsam wieder besser werden. ****

Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist in dieser Situation von vorrangiger Bedeutung. Um Verbesserungen zu erreichen, reichen allerdings Einzelnmaßnahmen nicht aus. Notwendig ist ein Bündel von Maßnahmen, alle zukunftsorientierten Aktionen sind zu koordinieren, stellte der Vorsteher des Fachverbandes Hotellerie, Hans Melcher, Dienstag in einem Pressegespräch über aktuelle Entwicklungen in der österreichischen Hotellerie fest.

Die heimische Hotellerie befindet sich sowohl strukturell als auch konjunkturell in einer äußerst schwierigen Lage. Sie steht, nicht zuletzt wegen ihrer kleingewerblichen Struktur, unter enormem Anpassungsdruck. Bei den notwendigen Verhandlungen über die Umsetzung der notwendigen Anpassungsschritte gibt der Fachverband die Richtung vor: "Mit den staatlichen Instanzen sind wir auf vielen Ebenen in ständigen Verhandlungen, sei es über die Neuordnung des Gewerberechts, über sozialrechtliche Fragen oder über Fragen der Tourismusförderung und der Eigenkapitalfinanzierung", führte Melcher weiter aus. Man könne es sicherlich als Erfolg ansehen, daß der Zugang zum Gastgewerbe mit der neuen Gewerbeordnung deutlich liberalisiert wurde. Darüber hinaus öffnet die neue Gewerbeordnung die Tore für neue unternehmerische Initiativen und Innovationen. Seit 1. Juli ist es deutlich einfacher, sogenannte "all inclusive"-Packages für die immer anspruchsvolleren Gäste zu schnüren. Auch darf der Hotelier Ausflugsfahrten für seine Gäste veranstalten, nennt Melcher zwei konkrete Beispiele. "Die gastgewerblichen Fachverbände werden in Kooperation mit den WIFIs auch in diesen Fragen Beratungskonzepte ausarbeiten".

Auch international drohen weitere Belastungen. Im Zuge der Mehrwertsteuerharmonisierung in der EU soll die Möglichkeit der Anwendung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes für das Gastgewerbe gestrichen werden. In Kooperation mit anderen europäischen Fachverbänden wird der Fachverband Hotellerie ab Herbst d.J. massive Initiativen starten, erklärte Fachverbandsvorsteher-Stellvertreter Dr. Klaus Ennemoser. Koordiniert werden diese Initiativen vom europäischen Interessensverband HOTREC in Brüssel.

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Fachverband Hotellerie

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