Wirtschaftstreuhänder begrüßen Pläne, auf zwei Sozialversicherungen zu reduzieren, warnen aber vor übereilten Schnellösungen

Wien (OTS) - Einen wesentlichen Schritt der Vereinfachung sehen
die Wirtschaftstreuhänder in der derzeit diskutierten Reduktion auf zwei gesetzliche Sozialversicherungen (je eine für selbständig und unselbständig Beschäftigte einschließlich Beamte). "Wir haben diesen Vorschlag schon im April gemacht. Endgültige Klarheit würde das auch für die Werkvertragnehmer bringen - sie würden alle der neuen Selbständigen-Sozialversicherung zugeordnet werden", betont Johann Mitterer, Vorsitzender des Fachsenats für Arbeits- und Sozialrecht der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Es sei klar, daß dies nur eine mittelfristig umsetzbare Lösung sei; Mitterer geht von einer mindestens fünfjährigen Vorlaufzeit aus. Trotzdem warnen die Wirtschaftstreuhänder vor Schnellösungen, die das System nicht vereinfachen, bestehende Mißbräuche nicht abschaffen oder nachhaltige Verwaltungskosten verursachen würden. So sei z.B. die wiederaufgeflammte Diskussion über die außertourliche Erhöhung von Beitragsgrundlagen oder Beitragssätzen auf jeden Fall der falsche Weg.

Darüber hinaus empfehlen die Wirtschaftstreuhänder "Begleitmaßnahmen" zur politischen Entscheidung, möglichst alle Erwerbstätigen in die Sozialversicherung einzubeziehen: Einerseits die Adaptierung der Pensionsbemessungsgrundlagen (statt wie bisher die "besten 15 Jahre" heranzuziehen, sollte in Etappen auf eine Durchrechnung über den gesamten Versicherungszeitraum übergegangen werden), die in der derzeitigen Reformdiskussion anscheindend wieder "abgewürgt" wird, und die Schaffung steuerlicher Anreize für betriebliche, vor allem aber private Altersvorsorge. "Die Änderung des Durchrechnungszeitraumes würde größere Gerechtigkeit bringen: Der Versicherte würde damit jene Pension erhalten, die den von ihm über seinen gesamten Versicherungsverlauf erbrachten Beiträgen entspricht", weist Mitterer auf die anzustrebenden Ziele von einfachen und gerechten Steuern und Abgaben hin.

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Johann Mitterer
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