EU-Entscheid bringt neue Chancen für Österreich in Slowenien

Gradt: Slowenien wird jetzt Wirtschaft weiter liberalisieren Österreich größter Auslandsinvestor in Slowenien

Wien (PWK) - Die Aufnahme Sloweniens in die erste Gruppe der EU-Beitrittsländer ist für Österreich sehr positv, kommentiert Handelsdelegierter Raymund Gradt aus Laibach. Slowenien sei zu Recht nominiert worden, da es aufgrund seiner Wirtschaftsdaten "in der ersten Liga der MOEL-Länder spielt". Slowenien werde jetzt die Liberalisierung der immer noch geschützten Bereiche rascher vorantreiben, was nicht zuletzt auch neue Chancen für die Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich bedeutet. ****

1996 konnte Österreich die Slowenienexporte, die nach der Unabhängigkeit spektakuläre Zuwächse verzeichnet hatten, nur mehr gering ausbauen: um 0,5 Prozent auf 9,9 Mrd. S. Als Gründe dafür nennt Gradt neben dem Auslaufen einiger Großaufträge vor allem die verstärkte internationale Konkurrenz und die zollmäßige Benachteiligung der EU-Lieferungen gegenüber jenen aus der EFTA und aus den CEFTA-Ländern. Mit dem Inkrafttreten des Europaabkommens der EU mit Slowenien im Jänner 1997 seien diese Nachteile aber weitgehend aufgehoben. Exportsteigerungen erwartet Gradt auch durch einige vor dem Abschluß stehende slowenische Großaufträge an österreichische Firmen auf dem Kraftwerkssektor und im Umweltbereich.

Österreich ist einer der wichtigsten Handelspartner des südöstlichen Nachbarlandes, betont Gradt. Unter Sloweniens Lieferanten steht Österreich weltweit an vierter, unter den Absatzmärkten an fünfter Stelle. Umgekehrt ist Slowenien Österreichs zwölftwichtigster Exportmarkt und rangiert damit vor wesentlich größeren Ländern wie Japan oder Rußland. Gemessen an der Zahl der Einwohner liegt Slowenien mit einer Pro-Kopf-Quote von S 5000,- an zweiter Stelle der Abnehmer österreichischer Waren (nach der Schweiz).

Österreichs Einfuhren aus Slowenien stiegen 1996 gegenüber 1995 um 13 Prozent auf 5,9 Mrd. S an. Österreich verzeichnet demnach im Handel mit Slowenien einen Überschuß von knapp 4 Mrd. S.

Rückfragen & Kontakt:

WKÖ, AW-Abteilung
Tel: 50105/4438

Mag. Georg Karabaczek

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK