Dynamischer Außenhandel mit Ungarn hält weiter an

Ungarn - Österreichs wichtigster Exportmarkt in den MOEL 1996: Trotz steigender Exporte leichte Marktanteilsverluste

Wien (PWK) - "Mit dem Grundsatzbeschluß der NATO und nun auch der Europäischen Kommission, Ungarn zu Beitrittsverhandlungen für die bevorstehende Erweiterungsrunde einzuladen, wurde ein bedeutender Schritt in Richtung Einbindung dieses Landes in den westeuropäischen Integrationsprozeß getan", ist Österreichs Handelsdelegierter in Budapest, Josef Schwarz überzeugt. Damit erhalten auch die bereits jetzt außergewöhnlich intensiven Beziehungen zwischen Österreich und Ungarn eine neue, besondere Qualität. ****

Der Außenhandel entwickelt sich weiterhin sehr dynamisch. Nach den nun vorliegenden Daten des Österreichischen Statistischen Zentralamts haben die Ausfuhren nach Ungarn 1996 mit einem Zuwachs von 15,3 Prozent einen neuen Rekordwert von 24,3 Mrd. Schilling erreicht. Dennoch ist nicht zu übersehen, daß der Marktanteil Österreichs in Ungarn in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Diese Entwicklung habe durchaus rationale Ursachen, so Schwarz. "Die österreichischen Firmen haben als erste die Chancen der Öffnung genützt und den Markt intensiv bearbeitet. Mitbedingt durch den starken Rückgang des Handels zwischen den früheren Oststaaten konnte in nur wenigen Jahren der Marktanteil von 7,2 Prozent (1988) auf 14,4 Prozent (1992) verdoppelt werden. Mit dem Wiedererstarken des Handels mit den CEFTA-Staaten und der starken Konkurrenz einer großen Zahl von Ländern, die bisher auf dem ungarischen Markt kaum präsent waren, mußte es notgedrungen zu Marktanteilsverlusten kommen". Dennoch ist festzuhalten, daß der derzeitige Marktanteil Österreichs in Ungarn nach wie vor der höchste ist, den Österreich in irgendeinem Land der Welt hält.

Dynamisch entwickelt sich auch der ungarische Export nach Österreich. Gemäß den österreichischen Statistiken erhöhte sich dieser 1996 um 52,2 Prozent auf 19,2 Mrd. Schilling. Aus ungarischer Sicht erfreulich ist, daß damit das traditionell hohe Handelsbilanzdefizit vermindert werden konnte. Überdies werden in verstärktem Maße Produkte mit großer Verarbeitungstiefe exportiert, stellt Schwarz fest. In den ersten drei Monaten 1997 habe Ungarn gemäß den ungarischen Statistiken sogar bereits ein Handelsbilanzaktivum von 5,2 Mrd. Forint erreicht.

Bedeutsam sind auch die österreichischen Direktinvestitionen in Ungarn. Diese belaufen sich seit Beginn der Öffnung auf über 23 Mrd. Schilling. Im Vergleich dazu betragen die Gesamtinvestitionen rund 15 Mrd. US-Dollar. Dies zeigt - gemessen an Größe und Wirtschaftskraft unseres Landes - das überdurchschnittlich hohe Engagement österreichischer Firmen. Wie die nunmehr beschlossene Gründung einer österreichisch-ungarischen Investmentgesellschaft zur Förderung Ostungarns zeigt, ist man auch auf Regierungsebene um weitere österreichische Investoren speziell in dieser Region bemüht.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit kommt auch der Beteiligung an der Privatisierung hohe Bedeutung zu. Von bisher insgesamt 484 privatisierten Unternehmen mit ausländischen Investitionen im Gesamtwert von 914,6 Mrd. Forint haben österreichische Firmen 115 mit einer Investitionssumme von 52,9 Mrd. Forint erworben.

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Dr. Wolfgang Harwalik

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