Präsidentenwahl: Doch SP-Kandidat? - SP-Vize Prock skeptisch über Unterstützung für Klestil

Vorausmeldung zu News Nr. 29/17.7.1997

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem heute erscheinenden Nachrichtenmagazin News äußert sich der Tiroler Spitzenmann und Klima-Vize Herbert Prock skeptisch, was die Unterstützung seiner Partei für Bundespräsident Thomas Klestil betrifft. Prock steht damit im deutlichen Gegensatz zu mehreren SP-Landeschefs, die sich gegen eine eigene Kandidatur bei den nächsten Bundespräsidentschaftswahlen ausgesprochen haben. Der stellvertretende Parteivorsitzende wörtlich zu News: "In diesen Chor stimme ich sicher nicht ein. Ich habe große Bedenken, jetzt offensiv für eine Klestil-Unterstützung einzutreten. Ich bin mehr als skeptisch." Ein überparteiliches Personenkomitee hält Prock für "widersinnig".

Prock über seine Anforderungen an das höchste Amt im Staate: "Der Präsident muß uns in allen wichtigen Fragen seine politischen Vorstellungen erläutern. Charmantes Auftreten mit Hillary Clinton allein ist zuwenig." Scharf kritisiert Prock in diesem Zusammenhang die jüngsten Pro-NATO-Aussagen Klestils.

Vor einer eventuellen Anfrage bei den Bundespräsidentenwahlen zeigt Prock wenig Furcht: "Es gibt ein traditionsreiches Tiroler Prinzip: lieber nur 45 % für einen eigenen Kandidaten erreichen, aber klarmachen, wofür wir stehen. Das ist besser, als aus Angst vor der Niederlage erst gar nicht mehr anzutreten."

Auch SP-Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas signalisiert in dieser Frage eine Änderung der Parteilinie. Rudas wörtlich: "Für mich ist die Option immer noch offen, daß die SPÖ einen eigenen Kandidaten aufstellt. Erst wenn Klestil seine Entscheidung zur Kandidatur offiziell bekanntgibt, werden wir entscheiden, ob wir ihn unterstützen." Rudas deutet aber auch an, daß die Stimmung an der SPÖ-Parteibasis momentan gegen eine Unterstützung spricht. Rudas:
"Die Entscheidung ist ach deshalb noch offen, weil mir bei dutzenden Parteiveranstaltungen in den Bundesländern Steiermark, Salzburg, Tirol und Vorarlberg immer eindringlicher gesagt wird, die SPÖ möge doch einen eigenen Kandidaten aufstellen. In einigen Bundesländern wird mir sogar gesagt: "Am Geld darf's nicht scheitern, daß die SPÖ antritt."

Rückfragen & Kontakt:

News -Chefredaktion
Tel.: 213 12 - 101 DW

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS