Geschäftsführer Mag. Fritz Meißl: "Der Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds: Das erfolgreiche Innovationszentrum für regionale Arbeitsmarktentwicklung"

Wien (OTS) - "Die im Vergleich zu Österreich horrenden Arbeitslosenzahlen in anderen Ländern Europas zeigen deutlich, was Flexibilisierung ohne soziale Verantwortung bedeutet. Solange die Bewältigung der mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel verbundenen Folgen den einzelnen betroffenen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen überlassen bleibt, ist soziale Ausgrenzung eine zwingende Konsequenz", sagte der Geschäftsführer des Wiener ArbeitnhemerInnen Förderungsfonds, Mag. Fritz Meißl anläßlich einer Pressekonferenz zur Präsentation des Jahreberichts 1996 des WAFF. "Um so bemerkenswerter ist das klare Bekenntnis der Gemeinde Wien zur Übernahme arbeitsmarktpolitischer Verantwortung für Wiener Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Wir haben uns von Beginn an bemüht, den zentralen Grundgedanken des WAFF in all unsere Programme einfließen zu lassen:
Ein klares Ja zum wirtschaftlichen Strukturwandel und ein ebenso deutliches Ja zu konkreten Hilfestellungen für jene Menschen, die zu Opfern des Modernisierungsprozesses werden. Die wirtschaftlichen Veränderungen müssen aber auch als Chance für Wiener Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen verstanden werden."

Der WAFF hat von Anfang an auf die Entwicklung innovativer - auch experimenteller - Modelle zur Integration von Arbeitslosen und zur Entwicklung des Wirtschaftsstandorts gesetzt. Im Mittelpunkt steht nicht die Durchführung von Standardmaßnahmen sondern die Förderung und Umsetzung neuer Ideen zur Beseitigung von Benachteiligungen bestimmter Gruppen am Arbeitsmarkt.

"Der Mut zu innovativen arbeitsmarktpolitischen Initiativen hat sich gelohnt", freut sich Mag. Meißl. "Wir wollten bewußt neue Wege gehen, auch wenn vielleicht im einen oder anderen Fall der Erfolg keineswegs sicher war. Aber wir sind überzeugt, daß ohne den Mut zu unkonventionellen Maßnahmen, den vielschichtigen Problemstellungen von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen am Arbeitsmarkt nicht mehr wirkungsvoll begegnet werden kann." Die Zusammenarbeit aller für die wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Entwicklung verantwortliche Personen bei der Suche nach neuen Lösungen ist die Grundlage für den bisherigen Erfolg des WAFF. Mag. Meißl: "Gerade die Bündelung der Ressourcen, die bewußte Einbindung des Arbeitsmarktservice in den WAFF, die maßgebliche Rolle der Sozialpartner bei der Gestaltung der Programme zeichnet den WAFF aus. Der WAFF ist heute nihct nur in Österreich sondern auch im europäischen Rahmen ein Vorzeigemodell geworden."

Die Innovationsbilanz des WAFF seit seiner Gründung im Juni 1995 kann sich sehen lassen:

- Der WAFF hat ein gemeinnütziges Arbeitskräfteüberlassungsunternehmen gegründet ("Flexwork"), das vor allem Langzeitarbeitslosen und älteren ArbeitnehmerInnen neue Chancen zur Wiedererlangung einer Beschäftigung geben soll. Damit wird Leiharbeit - in arbeits- und sozialrechtlich einwandfreier Form - zum Türöffner für arbeitslose Menschen in den Betrieb.

- Im Rahmen der Gemeinschaftsintiative URBAN führt der WAFF ein Leitprojekt zur Reintegration von Sozialhilfeempfängern und Langzeitarbeitslosen durch (Qualifizierungs- und Jobagentur "Comeback"). Hier wird gezielt auf eine enge Kooperation mit den Betrieben im URBAN-Gebiet gesetzt.

- Besonderen Wert legt der WAFF auf die Kombination verschiedener erfolgreicher Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zu "Maßnahmenbündeln". In den zwei Jahren seit seiner Gründung ist der WAFF damit zum größten Träger für "Arbeitsstiftungen" in Österreich geworden.

- Die Förderung der Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen und die Entwicklung spezifischer Maßnahmen zur Verringerung der geschlechtsspezifischen Diskriminierungen am Arbeitsmarkt gehört zu den wesentlichen Zielen des WAFF. Aus diesem Grund wurde bereits 1996 ein Programm zur Integration von Ein- und WiedereinsteigerInnen entwickelt, das insbesondere Frauen die Chance zu einem beruflichen Neuanfang nach Jahren der Kinderbetreuung oder sonstiger Pflegeleistungen ermöglichen soll.

Der WAFF fördert aber auch gezielt die Eigeninitiative von Arbeitnehmern und Arbeitsnehmerinnen. Aus diesem Grund wurde auf Initiative des Wiener Bürgermeisters Dr. Michael Häupl ein Bildungskonto für Wiener Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen eingerichtet. Der WAFF fördert die berufliche Weiterbildung von Wiener Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen mit bis zu 6.000,-- Schilling. Mag. Meißl: "Wir wissen, wie wichtig heute die Bereit-schaft zu lebenslangem Lernen für den beruflichen Erfolg ist. Mit dem Bildungskonto soll die Eigeninitative bewußt gefördert werden. Deshalb wird eine Förderung nur gewährt, wenn die Kosten der Aus- und Weiterbildung von den Arbeitnehemr und Arbeitnehmerinnen selbst getragen werden."

Die Entwicklung und Umsetzung innovativer Programme und Projekte zur Integration von Arbeitslosen hat zwar einen zentralen Stellenwert im Handeln des WAFF, allerdings bedarf es auch offensiver Maßnahmen zur Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze. Aus diesem Grund hat der WAFF gemeinsam mit dem Wiener Wirtschaftförderungsfond Konezepte entwickelt, in dessen Mittelpunkt als Chance für den Wirtschaftsstandort Wien und für neue Betriebsansiedlungen das im internationalen Vergleich hochqualifizierte Arbeitskräftepotential steht. Bei Betriebsansiedlungen und Neugründungen bietet der WAFF zukünftig den Unternehmen spezielle Dienstleistungen an, die von einem breitgefächerten Informationsangebot über arbeits- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen hin zu speziellen Personalrekrutierungs- und Qulifizierungsmaßnahmen reichen soll.

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