Im morgigen NEWS: Rabl-Stadler über ihren und Mortiers Vertrag: "10 Jahre sind genug" - Hellsberg über das Leben mit Mortier und den Konflikt mit Dohnanyi

Bemerkenswerte Aussagen in der morgen (Donnerstag) erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins News zu den Salzburger Festspielen.

Wien (OTS) - Präsidentin Helga Rabl-Stadler nimmt auf die Verträge des Festspieldirektoriums bezug und vertritt die Ansicht: "Zehn Jahre sind genug". Das gelte für sie ebenso wie für den Intendanten Gerard Mortier, dessen Vertrag im Jahr 2001 nach zehn Jahren zur Verlängerung ansteht. Mortier hatte erst kürzlich angedeutet, daß er eventuell an eine Verlängerung denke.

Rabl-Stadler in NEWS: "Ich befasse mich derzeit nicht mit Nachfolgefragen, aber ich denke, 10 Jahre in einer Funktion sind gerade recht. Das sage ich im Wissen darum, wie heikel meine Aussage ist. Gerade in der Kunst muß man immer neuen Leuten die Möglichkeit geben, ihre ästhetischen Vorstellungen zu verwirklichen."

Sie selbst werde bei Vertragsende im Jahr 2000 fünf Jahre im Amt sein und sich daher wieder bewerben.

Im übrigen bestätigt sie den Wunsch des Direktoriums, Claus Peymann für eine Thomas-Bernhard-Inszenierung zu gewinnen und ist auch "froh, daß wir mit Bachlers 'Burg' kooperieren. Ich hätte auch gern gemeinsam mit der Oper ein Japan-Gastspiel geplant. Aber die Herren Mortier und Holender verbindet engagierte Ablehnung, wobei ich auf Mortiers Seite stehe."

Hellsberg über Salzburg, Mortier, Muti, Dohnanyi,

Schubert-Zyklus

In derselben News-Ausgabe nimmt der neue Philharmoniker-Chef Clemens Hellsberg ausführlich zu seiner ersten Salzburger Saison im Amt Stellung. Hellsberg in NEWS über Mortier: "Wir hatten mit ihm vor einigen Wochen ein sehr gutes Gespräch, bei dem wir übereingekommen sind, einander nichts aus der Vergangenheit vorzuhalten, sondern einander zu vertrauen. Wobei ich hinzufüge: Ich bin zu vorbehaltlosem Vertrauen bereit - aber wenn jemand dieses Vertrauen annimmt, muß er sich danach verhalten."

Zwischen Mortier und dem - heuer vielleicht letztmals in Salzburg dirigierenden - Riccardo Muti würde er vermitteln, "wnn man mir eine solche Mission anvertraut. Die Versöhnung hätte allerding nur einen Sinn, wenn beide zu einem gemeinsamen Konzept bereit sind. Wenn dadurch nur neue Konflikte entstehen, halten wir es besser mit der 'Zauberflöte': 'Zur Liebe will ich dich nicht zwingen'."

Auch zum Konflikt mit Christoph von Dohnanyi, dem Dirigenten der heurigen "Zauberflöte", nimmt Hellsberg im News-Interview Stellung:
"Ich höre, daß er sich auf die Arbeit freut, und kann nur hoffen, daß er diese Freude vorbehaltlos auf das Orchester überträgt. Und zwar ab der ersten Probe. Es würde schon reichen, wenn er verbal und bei der Arbeit kundtut, daß er sich auf die Arbeit freut. Und wenn er während der Proben manchmal eine Arie durchspielen läßt, ohne bei jedem Akkord abzuklopfen. Kurz gesagt: Wir wünschen uns Vertrauen in unsere musikalische Qualität."

Auf die Frage, ob Dohnanyi dieses Vertrauen denn aufbrächte, antwortet Hellsberg: "Er würde sicher sagen: ja. Nur ist zwischen Denken und Tun oft ein großer Unterschied."

Hellsberg in News zur Tatsache, daß nicht die Philharmoniker, sondern das Chamber Orchestra Of Europa heuer den Zyklus sämtlicher Schubert- Symphonien spielt (wie schon seinerzeit den Beethoven-Zyklus): "Ich denke, in der Atmosphäre, in der unser letztes Gespräch mit der Festspielführung stattgefunden hat, wäre beides nicht mehr möglich. Schließlich sollte es doch um Schubert gehen und nicht um Egozentrik und kulturpolitische Überlegungen."

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