AK-Dirnberger: Keine Pensionsverhandlungen von AK und ÖGB mit dieser Bundesregierung

"Schmäh" von angeblicher Langzeitreform ist endgültig als Sofortgriff in die Taschen der Arbeitnehmer enttarnt

Wien (OTS) - Eine Woche vor der von Bundeskanzler Viktor Klima und VP-Sozialsprecher Gottfried Feurstein verlangten Frist vom 24. Juli 1997 verlangt AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) von der Regierung Einsicht und Umkehr vom Belastungskurs. Die Vorgabe, daß bis zu diesem willkürlichen Sommertermin angeblich die Probleme des Jahres 2030 gelöst werden müßten, verglich Dirnberger mit dem Zeitraum von 1968, als er als Jugendobmann seinen Einstieg in die Politik begann. Schon damals wurde heftig budgetsaniert (Koren-Plan), niemand maßte sich jedoch als Vorwand für die Belastungen an, die Probleme von 1998 damit lösen zu wollen. "Diese Argumentation der Bundesregierung ist eher ein schlechtes Schauspiel von handlungsfähigen Laiendarstellern", kritisiert Dirnberger die Vorwände von geplanten Pensionskürzungen.

ÖGB und AK sollen Verhandlungen mit Bundesregierung abbrechen

"Wie bei der Promille-Debatte taumelt diese Karawane von Belastung zu Belästigung, von Fettnäpfchen zu Fettnapf, statt den Menschen Sicherheit zu vermitteln", fordert Dirnberger ein Ende der Pensionsverhandlungen von AK und ÖGB mit der Regierung in dieser Gesetzgebungsperiode. Insbesonders klagt Dirnberger über die Jugendfeindlichkeit der diversen Ansinnen, das Pensionsalter hinaufzusetzen. Damit werde der Jugend unseres Landes in einer ohnedies schwierigen Arbeitsmarktlage der Einstieg in die Arbeitswelt rücksichtslos zusätzlich erschwert. Gleichzeitig eröffnet sich damit für viele ASVG-Versicherte, ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Perspektive der Hoffnungslosigkeit. Ein Blick in die jüngsten Ziffern der Arbeitslosen zeige sehr deutlich, wie Frauen und Männer ohne Erbarmen oft systematisch, ohne irgend einer Verfehlung, außer der des Lebensalters, gefeuert werden. Ein Klima der Pervertierung des Langzeit-Unternehmerrufes nach japanischer Firmentreue, gegen das der Klima-Regierung endlich Maßnahmen einfallen sollten.

Die Kosten für diese Verfehlungen an älteren Menschen habe die öffentliche Hand zu tragen. "Die Abkehr vom neoliberalen Zeigeist der kurzfristigen Ausnuztung, ja Benutzung der menschlichen Resourcen und die Rückbesinnung auf den Gedanken der "Sozialen Marktwirtschaft" ist die Grundvoraussetzung zur Abwehr rechtspopulistischer Strömungen", verlangt Dirnberger von der Bundesregierung, den Freiheitlichen nicht weiter in die Hände zu arbeiten. Dies sei auch ein Appell an jene, die mit leicht durchschaubaren Auftragsarbeiten ein permanentes Krisenszenario mit dem Ziel vermitteln, die Öffentlichkeit für weiteren Sozialabbau gefügig zu machen.

Versicherungskonzerne wollen aus Pensionsdebatte profitieren

In diesem Zusammenhang wies Dirnberger die Meinung von Wr. Städtischen-Chef Sellitsch, "daß zwischen Arbeitsende und Pensionsbeginn ein längerer Zeitraum liegen kann" vehement zurück. Sellitsch's Vorschlag, daß sich die Menschen für "Zwischenrenten" etwas ansparen könnten, sei, so Dirnberger, ein leicht durchschaubarer Anschlag des Versicherungsbosses auf die Geldbörsen und Abfertigungen der Arbeitnehmer.

Unternehmengsgewinne steigen seit Jahren stärker als Löhne

Tatsache ist vielmehr, daß die Unternehmensgewinne im Vergleich zu den Löhnen in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Deshalb sind auch die ständigen Forderungen nach Kürzungen der Löhne und Gehälter zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich irrational und dienen zur Erhöhung der Gewinne der Konzerne, die Schließung des Eskimo-Werkes ist ein jüngstes Beispiel dieser Rücksichtslosigkeit.

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Ak-Vizepräsident Alfred Dirnberger

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