EVN: Solides 3. Quartal 1996/97

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Ad-Hoc Mitteilung von: EVN Solides 3. Quartal 1996/97

In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 1996/97 (1. September 1996 - 30. Mai 1997) konnte die EVN trotz zum Teil weniger günstiger Rahmenbedingungen ein solides Ergebnis erzielen.

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das dritte Quartal des Geschäftsjahres 1996/97 hat eine Fortsetzung der schon für das Halbjahresergebnis maßgeblichen Trends gezeigt:
eine im langjährigen Vergleich sehr erfreuliche Absatzentwicklung bei gleichzeitig relativ hohen Bezugspreisen für Primärenergie.

Positiv wirkt sich naturgemäß der günstige Konjunkturverlauf in Niederösterreich auf die Absatzentwicklung der EVN aus, insbesondere bei den Industriekunden. So hat sich im Berichtszeitraum in diesem Kundensegment z.B. der Stromabsatz um beachtliche 3,3 % und der Gasverkauf um 6,1 % erhöht.

Die vergleichsweise normalen Witterungsverhältnisse im Berichtszeitraum und die vorübergehend hohen Gaseinstandspreise bestimmen maßgeblich den Vergleich mit der Vorjahresperiode, die ihrerseits von einem kalten und lang anhaltenden Winter sowie von günstigeren Primärenergiepreisen geprägt war.

Absatz- und Erlösentwicklung

Der Energieverkauf der ersten drei Quartale ist - vor dem Hintergrund des im Vorjahr geschaffenen hohen Ausgangsniveaus - sehr zufriedenstellend.

Im Stromgeschäft hat der Absatzzuwachs bei Sondervertragskunden einen leichten Rückgang bei Tarifkunden ausgeglichen, und es konnte insgesamt eine Absatzsteigerung um 1,1 % erzielt werden. Durch Preissenkungen in einzelnen Segmenten ab 1. Jänner 1997 konnte der Erlös diese Steigerung aber nicht nachvollziehen, sondern verblieb mit 6.056 Mio S in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Im Gasgeschäft trat gegenüber dem Vorjahr ein Absatzrückgang von insgesamt 1,6 % ein. Der witterungsbedingt niedriger ausgefallene Absatz in Ortsnetzen und der Rückgang beim Einsatz in fremden Kraftwerken konnte auch durch den gestiegenen Gasverkauf bei Sondervertragskunden nicht zur Gänze ausgeglichen werden; die Gaserlöse sanken dadurch bei unveränderten Absatzpreisen um 2,8 % auf 3.211 Mio S.

Im Wärmegeschäft konnte durch weiterhin intensiven Ausbau vor allem im Nahwärmebereich ein Absatzzuwachs von 12,6 % und ein Erlöszuwachs von 26,4 % auf 225 Mio S erzielt werden.

Insgesamt haben die Energieerlöse mit 9.492 Mio S das außergewöhnlich hohe Niveau des Vorjahres nahezu wieder erreicht. Die Gesamtleistung unter Einbeziehung aller Umsatzerlöse, der sonstigen betrieblichen Erträge und der aktivierten Eigenleistungen liegt sogar geringfügig über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Aufwendungen

Der Aufwand für den Energieeinsatz stieg in den ersten drei Quartalen um 8,0 %. Dieser Anstieg ist geprägt durch höheren Fremdstrombezug im Rahmen der Substitution kalorischer Energie, zugleich aber auch durch erhöhte Einsatzmengen von Kohle und Öl infolge des stark zurückgenommenen Gaseinsatzes bei der Stromerzeugung.

Rund die Hälfte des Anstieges der Energieaufwendungen entfällt jedoch auf Gas, was wiederum auf drastisch erhöhte Gasbezugspreise infolge vorübergehend hoher Ölpreise auf den Weltmärkten zurückzuführen ist. Da dieser Anstieg aber von vornherein nur als temporär eingeschätzt wurde, erfolgte keine Weiterverrechnung an die Kunden.

Ergebnis

Der Betriebserfolg erreichte zu Ende des dritten Quartals 1.615 Mio S. Damit liegt er zwar um 17,6 % unter dem Vorjahreswert, was aber mit den außerordentlich günstigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Vorjahres und den im Gegensatz dazu stehenden hohen Gasbezugspreisen des laufenden Jahres zu erklären ist.

Der Finanzerfolg konnte, unterstützt durch günstige Bedingungen auf den Finanzmärkten, um 38,1 % auf 308 Mio S gesteigert werden. Damit ergibt sich nach den ersten drei Quartalen ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1.923 Mio S, das um 11,9 % unter dem außergewöhnlich guten Vergleichswert des Vorjahres lag. Im Zweijahresvergleich liegt dieses Ergebnis, übrigens das zweitbeste in der Geschichte der EVN, um 12,7 % über dem entsprechenden Wert der vorvergangenen Geschäftsperiode. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 6,4 %.

Im Berichtszeitraum waren im Durchschnitt 2.564 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Das ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Rückgang um 143 Mitarbeiter bzw. 5,3 %.

Beteiligungen und Neue Geschäftsfelder

Die Beteiligungen und Projekte der EVN entwickelten sich auch im Berichtszeitraum weiterhin durchwegs zufriedenstellend.

Die NÖKOM Niederösterreichische Telekom Service Ges.m.b.H., ein gemeinsames Unternehmen der EVN und des Landes Niederösterreich, wird im Auftrag der NÖ Landesregierung in den kommenden Monaten alle öffentlichen Stellen Niederösterreichs zu einem eigenen leistungsfähigen Telekommunikationsnetz verbinden. Damit werden im Interesse einer bürgernahen Verwaltung Bevölkerung und Wirtschaft effiziente und kostengünstige Telekommunikationsdienstleistungen zur Verfügung stehen.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Neuordnung der österreichischen Elektrizitätswirtschaft hat die EVN gemeinsam mit Verbund und Wiener Stadtwerken ein Offert für den zur Privatisierung ausgeschriebenen Anteil von 24,5 % an der OKA Oberösterreichische Kraftwerke Aktiengesellschaft AG gelegt. Mit diesem Schritt bringt die EVN ihr Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit anderen Energieversorgungsunternehmen zum Ausdruck. Gerade im Hinblick auf das neue Wettbewerbsumfeld hat die verstärkte Kooperation benachbarter Landesgesellschaften und die Realisierung von Synergien wichtige Bedeutung für eine Verbesserung der Marktposition. Mit einer Entscheidung über das Angebot ist aus heutiger Sicht für Herbst 1997 zu rechnen.

Nach Abschluß aller Vorstudien konnte Ende April 1997 die AVN Abfallverwertung Niederösterreich Planungsgesellschaft m.b.H., ein gemeinsames Unternehmen der EVN und des Landes Niederösterreich, ein Areal neben dem Kraftwerk Dürnrohr in der Gemeinde Zwentendorf als ökologisch und ökonomisch bestgeeigneten Standort für eine Anlage zur thermischen Restmüllbehandlung identifizieren. Die Akzeptanz dieses Projektes wurde Ende Juni in einer Volksbefragung eindrucksvoll bestätigt: bei einer Wahlbeteiligung von 72 % sprachen sich 74 % der Wahlberechtigten für den Bau der Anlage aus. Die AVN wird nunmehr in die erforderlichen Genehmigungsverfahren eintreten.

EVN auf dem Kapitalmarkt

Im Berichtszeitraum war auf den internationalen Kapitalmärkten allgemein eine sehr positive Entwicklung festzustellen, und eine Reihe von Börsen konnte historische Höchststände erreichen. Die Wiener Börse konnte sich - trotz steigender Kurse - dieser Tendenz allerdings nicht im gleichen Ausmaß anschließen. Insgesamt stieg aber der Index der Fließhandelswerte (ATX) von 1.033 Punkten am 2. September 1996 um 23,9 % auf 1.280 Punkte per 30. Mai 1997.

Der Kurs der EVN-Aktie sah im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von 18 %, und zwar von 1.408 auf 1.662 Schilling, wobei im Jänner 1997 ein historischer Höchstkurs von 1.771 Schilling erreicht werden konnte. Der Börseumsatz der EVN-Aktie betrug im Zeitraum September 1996 bis Mai 1997 23,9 Mrd. Schilling, was einem Anteil von rund 8% des gesamten Börseumsatzes von 300 Mrd. Schilling entspricht. Die EVN befand sich damit an dritter Stelle der Umsatzstatistik und gehört weiterhin zu den liquidesten Titeln an der Wiener Börse.

Ausblick

EVN-Generaldirektor Dr. Rudolf Gruber: Das vorliegende Halbjahresergebnis kann aufgrund der saisonalen Besonderheiten in der Energiewirtschaft nicht einfach auf das Jahresergebnis 1996/97 hochgerechnet werden. Die Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartalen liegt im Rahmen der Erwartungen und bildet eine solide Basis für einen erfolgreichen Abschluß des gesamten Geschäftsjahres. Damit wird die Ausschüttung einer Dividende in Vorjahreshöhe und eines Jubiläumsbonus möglich sein. Für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung der EVN in der Zukunft werden - neben Beteiligungs- und Diversifikationsaktivitäten - der weitere Ausbau unseres Kerngeschäfts und eine konsequente Fortsetzung unserer Effizienzsteigerungsprogramme besondere Bedeutung haben.

Im Hinblick auf die immer stärkere Internationalisierung der Kapitalmärkte wird die EVN für das Geschäftsjahr 1996/97 erstmals eine den International Accounting Standards (IAS) entsprechende Konzernbilanz erstellen.

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