Sallmutter: LIF-Vorschläge unrealistisch

Pensionen durch Umlageverfahren langfristig gesichert

Wien (OTS) - Als unrealistisch und schlecht durchdacht bezeichnete der Präsident des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, Hans Sallmutter, den Vorstoß des Liberalen Forums bei der Klubklausur zum Thema Pensionen. "Das Umlageverfahren garantiert unsere Pensionen auch im nächsten Jahrtausend. Weder der Umstieg auf ein Kapitaldeckungsverfahren noch die Grundpension wären sinnvoll und stehen daher auch nicht zur Diskussion", sagte Sallmutter. ****

Erst die am 3. Juli 1997 vorgestellte Studie des deutschen Versicherungsexperten Univ. Prof. Dr. Rürup habe dem bestehenden Pensionssystem ein hervorragendes Urteil ausgestellt und ein klares Bekenntnis zum Umlagverfahren abgegeben. Um das Pensionssystem langfristig gerechter und effizienter zu machen sehe das Gutachten darüberhinaus eine Reihe von Maßnahmen vor, die nun zur politischen Dikussion anstehen.

Das vom Liberalen Forum vorgeschlagene steuerfinanzierten Pensionssystem mit einer Grundpension von 8.000 Schilling für alle ist für Sallmutter kein ernstzunehmender Finanzierungsvorschlag: "Da würde sich der Finanzminister aber freuen, wenn er in Zukunft jährlich mehr als 187,4 Milliarden Schilling für die "neuen Volkspensionen" auf den Tisch legen müßte."

Im Vergleich dazu: 1996 betrugen die Leistungen des Bundes zur Pensionsversicherung insgesamt 53,8 Mrd. Schilling sowie zusätzlich rund 11 Mrd. Schilling für die Zahlung von Ausgleichzulagen. Davon erhielten 13,8 Mrd. Schilling die Pensionsversicherung der gewerblichen Wirtschaft (221.677 Versicherte),11,6 Mrd. Schilling die Pensionsversicherung der Bauern (203.992 Versicherte) und 28,4 Mrd. Schilling die Pensionsversicherung der Unselbständigen (2,589.044 Versicherte).

"Jeder kann sich ausrechnen, daß das Grundpensionen-Modell nicht finanzierbar ist", so Sallmutter. Auch der vorgeschlagene Umstieg auf ein Kapitaldeckungsverfahren sei weder sinnvoll noch möglich. "Um die notwendigen Zinserträge zur Finanzierung der Pensionen zu erwirtschaften, wäre ein Finanzvolumen von rund 6000 Mrd. Schilling notwendig. Diese Summe ist in Österreich, wo es derzeit ein Finanzvolumen von 3800 Mrd. Schilling gibt, auf dem Kapitalmarkt nicht anzulegen und würde daher ins Ausland abwandern oder die Inflation ankurbeln", betonte Sallmutter. Darüberhinaus wäre der Umstieg jedenfalls für jene Generationen unzumutbar, die dadurch zweimal zur Kasse gebeten werden müßte.

Rückfragenhinweis: Hauptverband der östereichischen

Sozialversicherungsträger
Pressestelle: 01-71132-1123

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHS/OTS