LIF PÖSCHL: "WIEN BLEIBT IN SACHEN RADVERKEHR WEITER ENTWICKLUNGSLAND -RADVERKEHRSANTEIL BEI 2,3 %

Ziel des Liberalen Forums: Zumindest 6 % bis 2001!

Wien (OTS) Die Radoffensive 1997 der Wiener Stadtregierung bezeichnete der stellvertretende Klubvorsitzende der Wiener Liberalen Hanno Pöschl heute in einer Pressekonferenz als "Etikettenschwindel". 7,4 Millionen Schilling, die dafür zur Verfügung gestellt werden, würden ausschließlich für Werbung in den "hauseigenen" SPÖ Medien und nicht für echte Verbesserungen für Radfahrer in Wien ausgegeben. "Begleitmaßnahmen wie Öffentlichkeitsarbeit sind durchaus sinnvoll, wenn es etwas zum begleiten gibt" so Pöschl.

Bemerkenswert fand Pöschl die Entwicklung des Radwegebudgets, das offensichtlich willkürlichen Schwankungen unterliege. 1996 stünden, so Pöschl, nur 7,9 Millionen - fast der gleiche Betrag, der heuer für Werbezwecke ausgegeben wird - für die gesamte Radverkehrsplanung zur Verfügung. Das diesjährige Budget von rund 30 Millionen Schilling könnte um knapp 25 Prozent erhöht werden, wenn die Werbemittel für attraktive Radwege verwendet werden.

Die Stadt Wien will zwar den Radfahrverkehr erhöhen und hat dies auch in ihrem Verkehrskonzept 1994 ausdrücklich festgehalten, die Maßnahmen und Budgetmittel zeigen aber ganz deutlich wofür sich die Stadt Wien einsetzt. "30 Mio. öS stehen heuer für den Radverkehr zur Verfügung, im Vergleich dazu kostet alleine die Verbreiterung der Praterbrücke mehrere hundert Millionen Schilling" so Pöschl.

Die Stadt Wien hat sich laut Verkehrskonzept eine Verdoppelung des Radfahranteils von 3 auf 6 % bis zum Jahr 2010 vorgenommen. "Wohin die Politik der Stadt Wien führt zeigen die erschütternden 2,3 % Radverkehrsanteil laut Step-Bericht 1996 der MA18" so der Liberale Verkehrssprecher.

"Das Ziel des Liberalen Forums sei, den Radverkehrsanteil in Wien auf zumindest 6 % bis 2001 zu erhöhen" so Pöschl. Die Liberale stellten daher heute ein Maßnahmenpaket vor, welches als Summe von Einzelmaßnahmen den Radverkehr in Wien attraktivieren soll:

* Mehr Budgetmittel für Radverkehrsplanungen

* Ausbau des Radverkehrsnetzes, bevorzugt in Form von Radstreifen und Mehrzweckstreifen

* Bike-check für bestehende und neu zu errichtende Radverkehrsanlagen

* Förderung von witterungsgeschützten und diebstahlsicheren Abstellplätzen in ausreichender Anzahl für Fahrräder bei Wohnhäusern und sonstigen Gebäuden

* Eine gesetzliche Verankerung bei Neubauten eine konkrete Anzahl von Abstellplätzen pro Wohneinheit und/oder pro Quadratmeter zu errichten (z.B. 2 Abstellplätze pro Wohneinheit)

* Einführung des Bike-Sharing-Modells in Wien nach dänischem Vorbild

* Öffnung von Einbahnstraßen für Fahrräder zum Fahren gegen die Einbahn unter Zuhilfenahme eines durch Bodenmarkierung sichtlich gemachten Radfahrstreifens

* Bereitstellung von diebstahlsicheren und witterungsgeschützten Fahrradabstellmöglichkeiten im öffentlichen Raum

* Aufhebung der Benützungspflicht für Radwege für RadfahrerInnen ab 16 Jahren

* Kostenfreier Transport von Fahrrädern in U-Bahnen

"Wenn Maßnahmen, wie diese realisiert werden, dann würde es auch einen Grund für PR-Kampagnen geben, bis dahin wird Wien auch weiter Radentwicklungsland bleiben" so Pöschl abschließend.

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