Presseaussendung des Österreichischen Presserates

Wien (OTS) - Der Presserat hat in seiner Sitzung am 9. Juli 1997 einstimmig festgestellt, daß Thomas Köpf und Wolfgang Höllrigl im Monatsmagazin "Wiener" Ausgabe Juli/97 im Beitrag "Skandal in der Kultusgemeinde. Die guten Geschäfte mit dem schlechten Gewissen" und in der Rubrik "intern" die Berufspflichten der Presse grob verletzt und das Ansehen der Presse schwer geschädigt (§ 13 (2) f.2. und § 13 (2) e.2. Geschäftsordnung) haben.

Beide verstießen durch die gezielte Verwendung einer für den Antisemitismus typischen Sprache gegen den Ehrenkodex der Österreichischen Presse (Pkt. 5.5.), der jede Diskriminierung aus rassischen, religiösen oder anderen Gründen für unzulässig erklärt. Außerdem nahm der Presserat als erwiesen an, daß die Kultusgemeinde nicht "unter dem Deckmantel der Hilfe für Holocaust-Opfer horrende Subventionen kassiert hat".

Ob für den Bericht genügend sorgfältig recherchiert wurde, wird noch gesondert verhandelt werden, da die Vertreter des "Wiener" diesmal nicht zur Verhandlung erschienen waren.

Der Presserat erkannte auf Veröffentlichung.

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