Konjunktur im Gewerbe bleibt weiterhin schwach

Neues Rekordtief bei den öffentlichen Aufträgen Keine Erholung der Konjunktur in Sicht

Wien (PWK) - Die Konjunktur im österreichischen Gewerbe und Handwerk bleibt weiterhin schwach. Nachdem sich die Auftragsbestände bereits im Vorjahr dramatisch verringert hatten, vielen sie im II. Quartal 1997 nochmals um 1,5%, meldet das Institut für Gewerbe- und Handwerksforschung (IfG) in seinem jüngsten Konjunkturbericht. Für die anhaltende Konjunkturschwäche macht das IfG unter anderem eine instabile Industriekonjunktur, die schlechten Exportergebnissen von 1996, den stagnierenden Tourismus und einen rückläufigen privaten Konsum verantwortlich. ****

Besonders deutlich fielen die Rückgänge im Baugewerbe (-5%) und im Druckergewerbe (-12%) aus. Beide Branchen kämpfen mit einer stagnierenden Nachfrage und sinkenden Auftragsgrößen. Strukturelle Veränderungen und ein relatives Überangebot schlagen sich in einem starken Wettbewerbsdruck und schlechten Preisen nieder. Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei den öffentlichen Aufträgen, deren Anteil im Baugewerbe um 16% und in den baunahen Branchen sogar um 31% gesunken ist. Damit hat sich im gesamten Gewerbe und Handwerk der Anteil der öffentlichen Aufträge um 10% verringert und ist auf ein neues Rekordtief von 14,9% des Gesamtauftragsbestandes gesunken. Etwas besser lief es im II. Quartal lediglich bei den Mechatronikern (+22%), den Elektrotechnikern (+10%) und im Bereich Werbung und Marktkommunikation (+18%).

Auch für die Zukunft erwarten sich die meisten investionsgüternahen Branchen wie Bau- und Baunebengewerbe, Holz, Metall/Elektro sowie Druck/Papier weniger Aufträge. Nur die Kunststoffverarbeiter und der Bereich Werbung und Marktkommunikation rechnen mit steigenden Auftragseingängen. "Damit dürfte sich der Aufschwung, den wir für die zweite Jahreshälfte erwartet haben, weiter verzögern", so Hans Leitner, Syndikus der Bundessektion Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich.

Im konsumnahen Bereich überwiegen weiterhin die Umsatzrückgänge. Die Erwartungen der Betriebe auf eine bescheidene Belebung der Nachfrage haben sich nicht erfüllt. In allen Sektoren wie z.B. Kfz-Techniker, Textil- und Bekleidungsbetriebe oder den persönlichen Dienstleistungsbetrieben gingen die Umsätze zwischen 21% und 33% zurück. Gegenüber dem II. Quartal haben die Unternehmen ihre Umsatzerwartungen für das dritte Quartal wieder deutlich zurückgeschraubt. So wie bei den investitionsgüternahen Branchen gibt es auch bei den konsumnahen Branchen weiterhin keine Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur.

Rückfragen & Kontakt:

Handwerksforschung
Tel: 5059761

Institut für Gewerbe- und

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK