Bartenstein: Schülerselbstmord verdeutlicht die Notwendigkeit verstärkter Gegenmaßnahmen gegen Kindesmißbrauch

Bevölkerung sensibilisieren und Aufklärung in den Schulen

Wien (OTS) - Die neuen Erkenntnisse um den Selbstmord einer 12jährigen machen tief betroffen und unterstreichen die Notwendigkeit verstärkter Maßnahmen gegen den Kindesmißbrauch.

Eine wirksame Bekämpfung derart scheußlicher Verbrechen an wehrlosen Kindern erfordere eine weitere Sensibilisierung der Bevölkerung, eine Intensivierung des Kampfes gegen Kinderpornographie - insbesondere im Bereich der elektronischen Medien - und auch eine verstärkte Aufklärung von Kindern und Eltern.

"Darüber hinaus sei hier auch die internationale Kooperation der Sicherheitsbehörden gefragt, weil es gerade im Bereich der Kinderpornographie immer wieder um grenzüberschreitende Kriminalität gehe", erklärte Bundesminister Dr. Martin Bartenstein.

Der Maßnahmenkatalog, mit dem die Bundesregierung den Kampf gegen die Gewalt an Kindern weiter verstärkt, wird im Herbst vorliegen und muß raschest umgesetzt werden. Dabei geht es insbesondere um folgende Maßnahmen:

Elternbildung, um Methoden und Modelle zur gewaltfreien Erziehung verstärkt zu fördern

Checklisten, anhand denen einerseits medizinisches Personal andererseits pädagogische Berufsgruppen soziale, psychische und körperliche Anzeichen, die auf Kindesmißhandlung, sexuellen Mißbrauch oder Vernachlässigung hindeuten, rasch erkennen können.

zentrale Meldestelle beim Jugendwohlfahrtsträger, bei der jede Verletzung, bei der Verdacht auf Gewaltanwedung bestehen könnte gemeldet und damit zentral erfaßt und vernetzt wird.

bedarfsgerechte Ausweitung von Kinderschutz- und Krisenzentren, Heilpädagogischen Wohngemeinschaften und Therapieplätzen

verstärkte Opferschutzeinrichtungen, die spezielle Beratung für Kinder, die von Gewalt und Mißbrauch betroffen sind, durchführen.

Druchführung eines Modellprojekts zur Prozeßbegleitung für Kinder und deren Bezugspersonen vor Gericht.

Wir alle, ob Eltern, Lehrer, ob Mitarbeiter in Behörden oder in der Jugendarbeit, aber auch alle, die konkrete Verdachtsmomente bezüglich Kindesmißbrauch haben, sind hier zum Zusammenhelfen gefordert, um diese scheußlichen Verbrechen an wehrlosen Kindern so weit wie möglich zu verhindern, sagte Bartenstein.

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