KfV-Appell an alle Abgeordneten: O,5 Promille mit vollen Sanktionen sind Rezept gegen Tod auf der Strasse!

Probeführerschein und internationale Erfahrungen beweisen Notwendigkeit der Grenzwertsenkung

Wien (OTS) - "Alle Behauptungen, eine Senkung auf 0,5 Promille sei eine Alibimaßnahme und würde die Alko-Unfälle nicht reduzieren, sind unrichtig und negieren die vorliegenden Fakten", erklärt KfV-Direktor Franz Bogner zur bevorstehenden Promille-Abstimmung im Parlament. Die Einführung der 0,1 Promille-Grenze bei Fahranfängern habe in 5 Jahren die Alkoholunfälle in dieser Altersgruppe um 30 % gesenkt - ein eindeutiger Beweis für die Wirkung einer "bloßen" Grenzwertsenkung.

Der dauernde Ruf der Alkohol-Lobby und einzelner Abgeordneter nach mehr Überwachung anstatt Promillesenkung sei eine reine Verhinderungstaktik mit unsachlichen Argumenten.

Auch die Erfahrung aus jenen Ländern, in denen bereits von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt wurde, zeigen die eindeutig positive Wirkung. Es gehe endlich darum, die Fakten zu respektieren und nicht auf dem Rücken unschuldiger Opfer Verzögerungspolitik zu betreiben, so Bogner. Nicht "entweder Überwachung oder Senkung", sondern "gute Überwachung einer akzeptablen Promille-Grenze" sei das Rezept, um Alkohol am Steuer zumindest teilweise in den Griff zu bekommen.

Die Probeführerschein-Regelung mit der 0,1 Promille-Grenze sei der schlüssige Beweis für die Wirksamkeit einer Grenzwertabsenkung.

Alko-Täter dürfen sich nicht "freikaufen" können!

Wichtig sei jedoch auch die von KfV geforderte umfassende Umsetzung der 0,5 Promille-Regelung, denn: "Mindestens 30 Verkehrstote pro Jahr können durch die Einführung der 0,5 Promille-Grenze mit Führerscheinentzug vermieden werden. 0,5 Promille mit Geldstrafe allein könnten zwar auch präventiv wirken, würden aber nicht die gleiche Wirkung bringen."

Der Trend der österreichischen Unfallstatistik zeigt im Vergleich 1. Halbjahr 1996 und 1997 einen markanten Anstieg der Getötetenzahlen um knapp 11 %. Laut KfV "ein weiterer Beweis für die Notwendigkeit der neuen Promille-Regelung und zusätzlicher Maßnahmen wie Punkteführerschein, verstärkter Verkehrsüberwachung und "Fahren mit Licht am Tag". Gefragt sind Taten statt Worte!"

Auch die Vorwoche - 30.6. - 6. 7. 1997, Ferienbeginn in den westlichen Bundesländern - brachte mit 23 Verkehrstoten wieder eine erschreckende Bilanz. Mehr als die Hälfte - 13 - der Verkehrsopfer waren am Wochendende zu verzeichnen. 6 der tödlich verunglückten Fahrer und Mitfahrer waren nicht angegurtet. Auch in puncto Gurtverwendung sollte daher - so das KfV - verstärkt überwacht werden.

KfV: ÖVP-Forderungen konstruktiv, aber keine Kompromisse bei

0,5 Promille!

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hält die von der ÖVP letzte Woche im Verkehrsausschuß des Nationalrats eingebrachten Forderungen für "konstruktiv", wirksam und ebenfalls notwendig", betont jedoch, daß in Sachen Alkohol am Steuer "die 0,5 Promille-Grenze kompromißlos durchgesetzt werden muß - und zwar mit allen Konsequenzen: mit den gleichen Strafsanktionen wie bisher bei 0,8 Promille und mit verstärkten Kontrollen".

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