Konsumenten und Handel gemeinsam am Weg zum Euro

Lemler: Größtmögliche Sicherheit für Handelskunden Ettl: Doppelte Preisauszeichnung hilft dem Konsumenten

Wien (PWK) - Einen ersten Schritt, um die Einführung des Euro für Konsumenten und Handel möglichst sinnvoll und reibungslos durchzuführen, setzten heute das Bundesgremium Lebensmittelhandel der Wirtschaftskammer Österreich und der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Gemeinsam diskutierten sie über heikle Themen wie doppelte Preisauszeichnung und mögliche Übergangs-Regelungen. Trotz (noch) unterschiedlicher Standpunkte in Detailfragen streben sie nach dem gleichen Ziel: eine vernünftige Euro-Umstellung für Konsumenten und Handel zu gewährleisten. ****

"Die Euro-Einführung ist vor allem auch eine psychologische Frage. Dem Konsumenten muß Vertrauen gegeben und nicht Verwirrung gestiftet werden", erklärte VKI-Obmann Harald Ettl. Ettl sprach sich dafür aus, einen befristeten Regelmechanismus an das Preisauszeichnungsgesetz anzuhängen, um eine einheitliche Vorgangsweise zu gewährleisten. Es sei auch besonders wichtig, den Konsumenten eine Gewöhungsphase zuzugestehen, die nur durch eine ausreichende Zeit der doppelten Preisauszeichnung gegeben ist.

Der Lebensmittelhandel lehnt jedenfalls eine verpflichtende Drei-bzw. Mehrfachpreisauszeichnung im Hinblick auf die zu erwartende Grundpreisauszeichnung (Einzel- und Grundpreis in Schilling und Euro) entschieden ab. "Wir wollen unsere Kunden nicht verwirren, sondern ihnen größtmögliche Preissicherheit, Preistransparenz und Preisinformation geben. Der Handel hat ein vitales Interesse daran, daß die Währungsumstellung klappt. Jede Verunsicherung seiner Kunden könnte eine Kaufzurückhaltung und Umsatzrückgänge bewirken", betont Erich Lemler, Obmann der Bundesektion Handel in der Wirtschaftskammer Österreich. Allein der scharfe Wettbewerb, der beim Handel besonders seit dem EU-Beitritt herrscht, macht das Erwirtschaften eines Körberlgeldes durch 'optische Preise' praktisch unmöglich.

Alois Wichtl, Bundesgremialvorsteher des Lebensmittelhandels, betonte, daß der Handel der Einführung des Euro als europäische Einheitswährung positiv gegenübersteht. Die Währungsumstellung sei aber mit erheblichen - branchenspezifisch unterschiedlichen - Kosten verbunden. Daher strebe der Lebensmittelhandel wie alle anderen Branchen eine möglichst kostenschonende und unbürokratische Umstellung an. Wie Lemler hielt Wichtl fest: "Klar ist aber, daß der Kunde ein Anrecht auf korrekte Umrechung zwischen Euro und Schilling hat. Eine umfassende Preisinformation wird im Zug der Euro-Umstellung als Marketinginstrument eingesetzt werden. Das Bundesgremium des Lebensmittelhandels steht grundsätzlich einer rechtsverbindlichen Form der Preisinformation nicht ablehnend gegenüber, wobei jedoch auf die branchenspezifischen Erfordernisse des Lebensmittelhandels Rücksicht zu nehmen ist. Vor allem sind Ausnahmen für kleine Betriebe vorzusehen."

Der Handel hat gegen eine Preiskontrolle prinzipiell nichts einzuwenden. Aus Kostengründen sollte man sich aber bereits bestehender Institutionen bedienen und eine weitere Aufblähung des Behördenapparats vermeiden.

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Dr. Hannes Mraz

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