Neuaufstellung "Kunst nach 1918"

16. Juli bis 9. November 1997, Dienstag bis Sonntag, 10-17 Uhr, Oberes Belvedere, Prinz-Eugenstr. 27, 1030 Wien

Wien (OTS) - Werke ausgewählter österreichischer Künstler des 20. Jahrhunderts aus Museumsbeständen der Österreichischen Galerie Belvedere sind in dieser Neuaufstellung in den Erdgeschoßräumen im Oberen Belvedere zu sehen, die wechselweise Sonderausstellungen und der Kunst des 20. Jahrhunderts vorbehalten sind.

In monographischer Weise wird das malerische Schaffen von Anton Faistauer, Herbert Boeckl, Franz Wiegele, Anton Kolig und Wilhelm Thöny präsentiert. Dabei wird jeweils ein Überblick über das Gesamtschaffen dieser Künstler gegeben, jedoch mit Schwerpunkt auf der Malerei der 20er und 30er Jahre. Den Bildern gegenübergestellt werden zeigleiche Plastiken von Franz Barwig dem Älteren, Gustinus Ambrosi, Joseph Dobner, Georg Ehrlich, Franz Hagenauer, Anton Hanak und Fritz Wotruba, die die Schau ergänzen.

Der nach der Ablehnung an der Wiener Akademie der bildenden Künste als Autodidakt malende Herbert Boeckl (1894-1966) ist in einer Frühzeit vom Expressionismus Schieles und Kokoschkas beeinflußt, im Mittelpunkt seines Oevres steht die Farbe als Ausdrucksträger. In den 30er Jahren entstehen in einer klassisch beruhigten Schaffensphase seine bedeutendsten Landschaftsbilder (Gelber Steinbruch bei St. Margarethen).

Der in Graz geborene Wilhelm Thöny (1888-1949) lebte nach mehreren Jahren in Paris ab 1938 in New York. Seine frühen Bilder sind von expressiver Schwermütigkeit geprägt, sein Oevre umfaßt vorwiegend Stadtlandschaften und Figurenbilder.

Anton Faistauer (1887-1930) gehörte mit Franz Wiegele, Anton Kolig, Egon Schiele und Robin Christian Andersen zu den Gründugsmitgliedern der "Neukunstgruppe" (1909). Franz Wiegele (1887-1950) und Anton Kolig (1886-1950) waren aber auch Hauptakteure des Nötscher Kreises, benannt nach einem Ort im Kärntner Gailtal, an dem eine Gruppe von Künstlern lebte und arbeitete. In den 20er Jahren beschäftigte sich Kolig vorrangig mit dem männlichen Akt, expressiv übersteigerte Körperformen an der Figur und farbliche Auflösung und Dynamisierung des Umraums sind typisch für diese Zeit (Kniender Narziß).

Kolig, Wiegele und Faistauer waren nach Studienaufenthalten in Paris besonders von Cezanne beeinflußt, wie überhaupt die österreichischen Künstler der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts mehr auf Wegbereiter der Moderne wie Cezanne, Gaugin, Van Gogh und Manet reflektieren als auf zeitgenössische Strömungen wie Kubismus, Futurismus und Abstraktion.

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Österreichische Galerie Belvedere
Mag. Gabriele Spindler
Tel.: (43-1) 79557-113

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