Semmeringtunnel: Nur 20% Kostendeckungsgrad ? ÖGS kritisiert AK-"Weißbuch" zur Südbahn-Röhre - Süd-Ost- Spange wäre ums gleiche Geld doppelt so leistungsfähig

Wien (OTS) - Kritisch äußert sich die Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (ÖGS) zu einem "Weißbuch" der Arbeiterkammer über die Wirtschaftlichkeit des Semmering-Basistunnels. ÖGS- Vorsitzender Helmut Oismüller spricht in einer Ausendung von einer "aufgewärmten Prognos-Studie mit deren Fehlern, ergänzt um eine Milchmädchenrechnung über Kostendeckungsgrade".

Eine Anpassung der Bestandstrecke über den Semmering an das zu erwartende Verkehrsaufkommen würde höchstens 1,5 Mrd. S kosten; die von der AK angesprochenen 4,3 Mrd. S gingen von einem weitgehenden -jedoch nicht erforderlichen - Neubau der Trasse aus. Der Kostendeckungsgrad des Tunnels liege - wenn man alle wesentlichen Größen wie den Aufwand für die Erhaltung der Bergstrecke und den höchstens um 50% verminderten Verbrauch an Traktionsenergie berücksichtigt - im günstigsten Fall bei 20%. Zudem würde der Semmering-Basistunnel die Kapazitätsprobleme der Südbahn nicht lösen. Hierzu müßten die Vor- und Nachlaufstrecken ausgebaut und der Abschnitt zwischen Bruck/Mur und Graz - dort rollt auch der Verkehr der Pyhrn-Schoberpaß-Achse - auf vier Gleise erweitert werden. Diese Maßnahmen würden, so Oismüller, einschließlich des Semmering-Basistunnels Gesamtkosten von rund 24 Mrd. S erfordern -etwa so viel, wie der Neubau der Süd-Ost-Spange zwischen Wien und Graz. Diese geplante neue Strecke, die in 12 bis 15 Jahren (Semmering-Basistunnel: 10 Jahre) errichtet werden könnte, wäre doppeltso leistungsfähig wie die Südbahn und würde zudem die gegenwärtig strukturschwachen Regionen des Burgenlandes und der Südoststeiermark aufwerten.

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