Kundgebung "30 Särge und "der Tod" mahnen 0,5 Promille ein

Gedenkkondukt und Mahnwache bei Parlament, Fototermin Mi,

Wien (OTS) - 2.Juli, 10.30 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geschätzte
Medienvertreter,

in den vergangenen Tagen und Wochen konnten Medienberichte den Eindruck erwecken, als bestünde bei den politischen Parteien ein weitreichender Konsens darüber, die Höchstgrenze des zulässigen Blutalkohols bei KFZ-LenkerInnen von 0,8 Promille auf 0,5 Promille zu senken. Gleichzeitig mehren sich aber neuerlich sehr deutlich politische Signale, daß möglicherweise diese überaus notwendige und sinnvolle gesetzliche Maßnahme doch keine parlamentarische Mehrheit finden könne.

Frau Sigrid Kundela von der Initiative österreichischer Unfallopfer Rotes Dreieck und Joschi Schillhab* von ÖKONSULT, dem Institut für Umweltforschung und Management Consulting, wollen ein öffentliches Signal zur Realisierung der 0,5-Promille-Grenze setzen.

Wir führen morgen, am 2. Juli 1997, in der Zeit von 9 bis 11 Uhr einen Gedenk-Kondukt vom Burgtheater/Cafe Landmann zum Parlament/Bellaria. Ein Dutzend Sargträger in schwarzen Kutten wird in mehreren Prozessionen symbolisch jene 30 Särge über die Wiener Ringstraße tragen, die ein Beibehalten der jetzigen 0,8 Promille wohl bedeuten würde. "Gevatter Tod", ebenfalls in schwarz, mit Kapuze und Totenkopfmaske folgt schweigend und malmend. Beim Parlament werden die 30 Särge abgestellt und nach dem Abspielen von Trauermusik wird von einer Vertreterin des Roten Dreiecks eine Petition an die Damen und Herren Abgeordneten verlesen. Die Sargträger haben sich während dessen mit Plakaten zu einer Mahnwache formiert.

Unterstützt von zahlreichen weiteren Initiativen und Persönlichkeiten apellieren wir an die Verantwortlichen aller politischen Lager: Senken Sie den Blutzoll auf Österreichs Straßen. Lassen Sie 0,5 Promille Gesetz werden!

Mit sehr freundlichen Grüßen

Joschi Schillhab
Geschäftsführer

* Vor elf Jahren hat ein betrunkener Wiederholungstäter am Steuer seines Wagens am Wiener Gürtel mit 100 km/h den heutigen ÖKONSULT-Chef niedergemäht. Schillhab lebt mit drei Schrauben im Knie und leidet an einem dauerhaften Sehkraftverlust nach schweren Schädelverletzungen.

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