Sensationeller WWF-Erfolg am Rande des Earth Summit in New York

Wien (OTS) - Vertrag mit Weltbank rettet 250 Millionen Hektar Wald =

Ein sensationelles Ergebnis beim Earth Summit in New
York: Die Weltbank und der World Wide Fund Nature (WWF) haben sich am Rande der Tagung geeinigt, gemeinsam für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Wälder weltweit aktiv zu werden. 200 Millionen Hektar Naturwälder sollen in Zukunft die Weltbankhilfe nachhaltig bewirtschaftet und zusätzliche 50 Millionen Hektar weltweit als Schutzgebiet ausgewiesen werden. Dr. Günther Lutschinger vom WWF Österreich: "Dieser sensationelle Vertrag zwischen WWF und Weltbank ist ein Meilenstein der Geschichte des Naturschutzes und der Erhaltung der Wälder. Die geschützte Waldfläche ist über 30mal so groß wie ganz Österreich!".

Während die Regierungschefs beim Earth Summit in New York keinen namhaften Erfolg erzielen konnten, gelang dem WWF der Abschluß eines bahnbrechenden Vertrages zur Rettung der vom Raubbau bedrohten Wälder dieser Erde. Dieser Vertrag hat in seiner Größenordnung globale Bedeutung für den Schutz des Waldes. "Die Maßstäbe für die langfristige Erhaltung unserer Wälder müssen der weltweiten Dramatik der Waldzerstörung gerecht werden. Die Dimension der jetzt vorliegenden Vereinbarung zwischen WWF und Weltbank kann tatsächlich eine Wende zum Positiven beim Schutz der Wälder einleiten." freut sich Dr. Günther Lutschinger, Geschäftsführer des WWF Österreich über den Verhandlungserfolg.

Der Vertrag und seine Ziele

Bis zum Jahr 2000 soll ein Netzwerk von Schutzgebieten geschaffen werden, das nächstens 10 % von allen Waldtypen dieser Erde erfaßt. Dieses Netzwerk soll sowohl die reichen Industriestaaten als auch die Entwicklungsländer mit einbeziehen. Die Weltbank wird ihren Mitgliedsstaaten helfen, zusätzlich zu den heute bestehenden Nationalparken und Schutzgebieten 50 Mill. Hektar Wald langfristig zu retten. Konkret soll die Aktion unter anderem den Amazonas, das Kongo Becken, Neu Guinea, Rußland und China betreffen.

Die Weltbank und der WWF werden auch die ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder vorantreiben. Ziel ist die unabhängige Zertifizierung von 200 Millionen Hektar Wald bis zum Jahr 2005 -davon 100 Millionen Hektar in gemäßigten und borealen Zonen und 100 Millionen Hektar in tropischen Wäldern. Die Kennzeichnung von Holz nach sozialen und ökologischen Kriterien im Sinne einer naturverträglichen Bewirtschaftung, sichert sowohl eine effiziente Kontrolle vor Ort wie die Transparenz am internationalen Markt. Der WWF hat die Weltbank wollen der fortschreitenden Abholzung mit dieser Maßnahme wirksam Einhalt gebieten.

Das Verhältnis WWF-Weltbank

Die Weltbank ist der größte Kreditgeber bei Waldschutz- und Waldmanagementprojekten. Der WWF arbeitet als weltweit größte Naturschutzorganisation in über 100 Ländern gemeinsm mit der örtlichen Bevölkerung, lokalen Vereinen und privaten Unternehmen an der Schaffung von Naturschutzgebieten sowie neuen und naturverträglichen Methoden im Waldmanagement. Der Vertrag ist die Basis, um Synergien zu nutzen.

"Der WWF hat seine Rolle immer auch darin gesehen, Institutionen wie der Weltbank auf die Finger zu schauen und Projekte, die nicht sozial- und umweltverträglich sind, energisch zu bekämpfen - und wir werden das weiterhin so halten", erläutert Dr. Günter Lutschinger das Verhältnis der Weltbank näher: "Die Tatsache, daß die Weltbank sich mit diesem Vertrag für naturverträgliches Wirtschaften entschieden hat, kann aber auch eine echte Trendwende bedeuten. In diesem Sinne sehe ich den gemeinsamen Aktionsplan zum Schutz der Wälder als einen großartigen Erfolg für die Sicherung unserer Zukunft!"

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WWF Öffentlichkeitsarbeit
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