"Verkehrsberuhigung: Tod für die City?"

Wie können unsere Zentren überleben Veranstaltung des Verkehrsforums der Wirtschaft in Bad Ischl

Wien (PWK) - Das Verdrängen des Automobils aus der Stadt ist eng verknüpft mit dem landesweiten Absterben der Zentren. An vielen Beispielen läßt sich diese Entwicklung illustrieren. Umleitungen, Busspuren und Einbahnen, generell einseitige Radikalmaßnahmen, die nicht einer auf die Struktur abgestimmten Leitung, sondern der "Verhinderung" von Verkehr dienen, tragen dazu bei, daß so mancher Einkauf zur Abenteuerfahrt wird. Fehlende Garagen- und Parkplätze bzw. teure Parkgenehmigungen, Verkehrserschwernisse wie Einengung des Straßenraumes oder Schwellen bzw. Gehsteigvorziehungen ("Ohrwaschln") erschweren und hemmen täglich den Wirtschafts- und Einkaufsverkehr. ****

Tatenlos muß zugesehen werden, wie in den alten Zentren immer mehr Unternehmen sterben oder an die Peripherie übersiedeln. Der City-Tod schreitet voran. In Wien betrifft dies vor allem die kleineren Geschäftsstraßen, aber auch in Salzburg gibt es bereits 29 Großkaufhäuser am Stadtrand, in Innsbruck gefährdet die "Explosion" an den Stadtränden insbesonders die kleinstrukturierten Unternehmen und auch in Linz oder Feldkirch kämpft die Wirtschaft gegen die Verödung der Ortskerne.

Während sich die offizielle österreichische Verkehrspolitik nach wie vor an dem verhängnisvollen Motto "Vermeiden-Verlagern-Vermindern" orientiert, hat die Wirtschaft ein Positiv-Beispiel in Bad Ischl gefunden. Mit funktionsgerechter Flächenwidmung und Raumordnung bzw. "Verkehrs-Design statt Schilderwald" ist es in Bad Ischl gelungen, eine gesunde City zu erhalten.

"Es handelt sich um ein umfassendes, auch Raumplanungsmaßnahmen einschließendes Maßnahmenpaket für rund 70.000 Menschen - 14.000 Einwohner von Bad Ischl, 6.000 Gäste und 50.000 Umlandbewohner", erklärt der Vorsteher des Fachverbandes für die Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen, Michael Jürgen Pammesberger, Stadtrat für Wirtschaft-Tourismus und Marktwesen von Bad Ischl. Die besondere Herausforderung, so Pammesberger, lag darin, die Interessen der Wohnbevölkerung mit denen des Tourismus und der Freizeitwirtschaft sowie mit den Wirtschaftsinteressen insgesamt in Einklang zu bringen.

Vorteilhaft wirkte sich die Nutzung eines freigewordenen innerstädtischen Areals zur Substitution eines geplanten vorstädtischen Einkaufszentrums aus. "Ursprünglich wollte man eine Art Shopping-City auf der grünen Wiese errichten - jetzt ist dieser Markt im Zentrum", zeigt sich Pammesberger erfreut. Gute Erfahrungen wurden auch mit verkehrsleitenden Straßengestaltungen gemacht, die teils ohne "Schilderwald" auskommen, was auch erhebliche Bürokratieersparnis zu Folge hatte.

"Auch wenn jedem klar ist, daß sich Wien und Bad Ischl in Größe und Geschäftsstruktur unterscheiden, ist das Positiv-Beispiel Bad Ischl ein mögliches Modell, um wesentliche Anliegen der Wirtschaft darzustellen und Ansätze für andere Städte oder Stadtteile zu bieten", erklärt Komm.Rat Heinz Havelka, Unternehmer, Bundesgremialvorsteher des Autohandels und Teilnehmer der Projektgruppe "Verkehr in Ballungsräumen und Tourismus-Zentren" (VIB) vom Verkehrsforum der Wirtschaft, anläßlich einer Veranstaltung zum Thema "City-Tod Verkehrsberuhigung" in Bad Ischl.

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