Strasser: ORF irrt - Jugendschutzbestimmungen nicht beachtet

Niederösterreich, 26.6.(NÖI) Der ORF-Kurator des Landes Niederösterreich Dr. Ernst Strasser stellt zur OTS-Meldung 197
des ORF von heute 12.46 Uhr folgendes fest: Von 5 Filmen, die
im Hauptabendprogramm bzw. vor 22.00 Uhr gesendet wurden, sind
2 Filme NICHT GEPRÜFT. Ein Film wurde geprüft und ab 14 freigegeben, einer wurde unbeschränkt freigegeben und ein Film wurde ab 16 freigegeben. Wird ein Film nicht geprüft, so
bedeutet das laut Jugendschutzgesetz, daß dieser Film erst ab
16 bzw. in manchen Bundesländern erst ab 18 Jahren freizugeben ist", so der Kurator.****

Insbesondere der in der ORF-Aussendung genannte Film "Vom Schulfreund vergewaltigt" hat laut Angaben des ORF: "Keinerlei Beschränkung". "Das ist unrichtig, denn dieser Film wurde gar
nicht überprüft. Das heißt: Freigabe erst ab 16 und in manchen Bundesländern erst ab 18. Würde man bei allen Filmen die ORF-Interpretation heranziehen, so wären Filme wie "9 ½ Wochen" jugendfrei", so Strasser. Die österreichischen Jugendschutzbestimmungen sagen aber klar, daß Filme, die"nicht überprüft" sind erst ab 16 bzw. ab 18 freizugeben sind.

Diese Diskussion zeigt, daß innerhalb des ORF noch Aufklärungsbedarf bezüglich der Jugendschutzbestimmungen und bezüglich der Einstellung zu Gewalt in den Medien besteht. Die "Initiative gegen Gewalt am Bildschirm" wird daher den Dialog
mit dem ORF suchen. "Unser Ziel ist eine von der Öffentlichkeit entsprechend mitgetragene Lösung des Problemes zu Gewalt im
TV", so Strasser.

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