Greenpeace deckt Medienattacke der Gentech-Industrie auf

Aktion der Umweltorganisation bei "EuropaBio"-Gentech-Kongreß in Amsterdam

Amsterdam/Wien (OTS) - Greenpeace-Aktivisten aus ganz Europa blockierten heute früh mit einer Lkw-Ladung Sojabohnen die Pforten des RAI-Kongreßzentrums in Amsterdam, wo der erste "EuropaBio"-Kongreß der Gentech- und Nahrungsmittelindustrie stattfindet. Dort will die Industrie eine Millionen Dollar teure Kampagne zur Manipulation der öffentlichen Meinung starten, um damit den Widerstand der europäischen Konsumenten gegen genmanipulierte Lebensmittel zu brechen.

Das die Konzerne in Amsterdam bis morgen besprechen, sollen die Medien auf keinen Fall erfahren: Der internationale PR-Riese "Burson Marsteller" hat für "EropaBio" ine ausgeklügelte Akzeptanz-Kampagne zur Durchsetzung von gentechnisch manipulierten Lebensmitteln in Europa entworfen. In dem dazugehörigen Strategie-Papier, das Greenpeace vor kurzem zugespielt wurde, legt der PR-Multi dar, wie die Medien dazu gebracht werden sollen, "positiv" über Gentech-Food zu berichten. Vor allem Radiostationen sollen "bearbeitet" werden.

Die für eine Dauer von dreißig Wochen geplante PR-Attacke soll von der Lebensmittelindustrie und den Herstellern von Gentechnik-Produkten mit verteilten Rollen durchgeführt werden. Den Gentech-Multis Monsanto, Novartis und Co. rät das Papier, sich in der Öffentlichkeit zurückzuhalten und Markenartikel-Herstellern wie Nestlé, Unilever oder Danone die Plattform zu überlassen. Die Konsumenten hätten zu den Lebensmittel-Marken mehr Vertrauen als zu den Chemie-Multis. Nach und nach sollen die Konsumenten glauben, sich freiwillig für genmanipulierte Lebensmittel zu entscheiden. "EuropaBio"-Mitglieder wie Monsanto und Novartis haben außerdem erst kürzlich in einem Brief an US-Präsident Bill Clinton Handelssanktionen als Strafe für EU-Hindernisse wie Kennzeichnung und Trennung verlangt.

"Greenpeace warnt Konsumenten, Journalisten und Politiker eindringlich vor dem ausgeklügelten PR-Feldzug der Gentech-Industrie", sagte Greenpeace-Sprecher Matthias Schickhofer. "Wir fordern die Lebensmittel- und Gentech-Konzerne auf, mit offenen Karten zu spielen, statt die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen. Wenn eine breite Mehrheit der europäischen Konsumenten Gentech-Essen ablehnt, müssen Nestlé, Novartis und Co. diesen Willen akzeptieren", so Schickhofer.

Weitere Informationen: Matthias Schickhofer, Greenpeace Österreich; Tel.: 01-7130031-44 oder 0664-3386503 Benny Härlin, Greenpeace International (vor Ort); Tel.: 0049-171-3569109 --

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