Ex-Kanzler Vranitzky gibt in News Zukunftspläne bekannt

Vorausmeldung zu News 26/97 vom 26. Juni 1997 - Er bestätigt: kein EU-Job, sondern Konsulent bei der West LB

Wien (OTS) - In einem morgen, Donnerstag, erscheinenden Interview mit dem Nachrichtenmagazin News nimmt Ex-Bundeskanzler Vranitzky erstmals zu seinen Zukunftsplänen Stellung. Vranitzky: "Gespräche mit der Westdeutschen Landesbank sind weit gediehen. Abgeschlossen habe ich aber noch nicht, weil zuerst meine Albanien-Mission abgeschlossen sein muß."

In der West LB, so der Altkanzler, werde er "keine Funktionärstätigkeit, keine Arbeit als Angestellter der Bank, sondern eine Tätigkeit als Berater für politische Entwicklungen" wahrnehmen.

Eine Tätigkeit in der EU, wie zuletzt kolportiert, werde er nicht ausüben: "und auch sonst keine der kolportierten Funktionen in der gesamten Bandbreite von der EU bis zur europäischen Zentralbank". Vranitzky: "Ich trete bald in die Reihen der Sechziger ein und möchte keinen total neuen Job im Ausland."

Fall Melvin: News berichtet über fertige Anklage

- Wegen "Quälen oder Vernachlässigung unmündiger Personen" drohen 10 Jahre Haft

- Selbstmordversuch des angeklagten Lebensgefährten

In seiner morgen, Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet das Nachrichtenmagazin News über Details aus der nun fertiggestellten Anklage gegen die Mutter des im Jänner gestorbenen zweijährigen Melvin und deren Lebensgefährten.

Laut News stellte Staatsanwältin Beatrix Winkler die Anklage Montag dieser Woche fertig. Melvins Mutter, Andrea L., und ihr Lebensgefährte, Thomas H., beide in Untersuchungshaft, werden wegen "Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen mit Todesfolge" angeklagt. Der Strafrahmen beträgt 10 Jahre Haft. Thomas H. wird auch wegen "Fahrlässiger Körperverletzung" angeklagt. Wird gegen die Anklage kein Einspruch erhoben, könnte der Prozeß noch bis Ende Juni stattfinden.

Wie News berichtet hat der Angeklagte Thomas H. in der Zelle einen Selbstmordversuch mit einer Klinge begangen, wurde aber gerettet. In einem Abschiedsbrief schrieb er an Andrea L.: "Ich hoffe, du glaubst mir, daß ich deinen Sohn nicht umgebracht habe...Ich muß zu Melvin gehen."

Haftbefehl gegen Neonazi-Experten Wolfgang Purtscheller

- Wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt im Kirchweger-Haus

Wie News in seiner morgen, Donnerstag, erscheinenenden Ausgabe berichtet, hat der Wiener Staatsanwalt Sepp-Dieter Fasching einen Haftbefehl gegen den Journalisten und Rechstextremismus-Experten Wolfgang Purtscheller beantragt. Am 22. September 1994 wollten Polizeibeamte einen angeblich illegal in Österreich aufhältigen Schwarzafrikaner im Autonomen-Treff Ernst-Kirchweger-Haus festnehmen, was die "Beschützer" des Asylwerbers verhindern wollten. Es kam zu tätlichen Auseinandersetzungen. Dabei habe Purtscheller mit Fäusten um sich geschlagen und zwei Beamte verletzt. Purtscheller selbst wurde am Bein schwer verletzt, was auch ein einem Amnesty-Bericht kritisiert wurde.

Der Ladung zu einer Vernehmung leistete Purtscheller nicht Folge, weil er, so der Journalist zu News, einmal im Krankenhaus in Mexico lag und ein ärztliches Attest geschickt habe, eine zweite Ladung habe er nie erhalten. Dennoch wurde, nach erfolgloser Aufenthaltsermittlung ein Haftbefehl ausgestellt.

Wie News berichtet wurde gegen Purtscheller nach diversen Sachverhaltsdarstellungen des "Aula"-Anwalts Wildhager auch wegen des Anschlags von Oberwart ermittelt, jedoch ohne Ergebnis.

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