Professor Kramer (WIFO) zum österreichischen Gesundheitswesen: Reformen reichen nicht aus

Linz (OTS) - Er bezweifle, daß die derzeit beschlossenen Maßnahmen für eine Strukturreform im österreichischen Gesundheitswesen ausreichen. Dies erklärte der Leiter des österreichischen Wirtschaftsforschungs-Institutes, Prof. Helmut Kramer im Rahmen einer Podiumsdiskussion des Merkur-Zukunftszirkels am Dienstag, 24. Mai 1997in Linz.

Die derzeitige Überlegung von Sozialversicherung und Gesundheitsministerium sei es, die Effizienz zu steigern, ohne das System in Frage zu stellen. Diese Maßnahmen, etwa die leistungsorientierte Spitalsfinanzierung sowie die Verhinderung von Doppelgleisigkeiten bei medizinischen Geräten in österreichischen Krankenhäusern gingen in die richtige Richtung, würden jedoch allein nicht genügen, betonte Prof. Kramer, der auf Einladung der Merkur Versicherung zu den Grenzen des Marktes im Gesundheitswesen Stellung genommen hat.

Prof. Kramer betonte, daß die medizinische Grundversorgung durch die öffentliche Hand nicht in Frage gestellt werden kann und darf, durch privatwirtschaftliche Maßnahmen eine größere Effizienz jedoch zu erreichen wäre. Als Beispiel nannte der Wirtschaftsforscher die Möglichkeit, einzelne Teilleistungen, etwa Blutuntersuchungen durch Outsorcing marktwirtschaftlichen Kriterien zu unterwerfen.

Auch die Frage eines Selbstbehaltes für medizinische Leistungen werden zu diskutieren sein. Die Höhe eines solchen Selbstbehaltes müsse so bemessen werden, daß sie nicht die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, die notwendig sind, verhindere.

Neben der Sanierung des Staatshaushaltes und der Sicherung des Pensionssystems sei die Sicherung des Gesundheitswesens in der Zukunft die dritte große Aufgabe der öffentlichen Hand.

Der Gesamtaufwand Österreichs für das Gesundheitssystems liege mit acht Prozent des Brutto-Sozialproduktes im europäischen Durchschnitt. In Großbritannien liege der Prozentsatz mit sechs bis sieben Prozent bei geringerer Leistung niedriger, in der Schweiz sei der Anteil höher. Er, Prof. Kramer halte zehn Prozent für die magische Grenzean Aufwand für das Gesundheitswesen.

Generaldirektor Werner Reimelt merkte im Rahmen dieser Diskussion an, die Merkur Versicherung bekenne sich zum System der Pflichtversicherung. Die Angebote seines Unternehmens sehe er als Ergänzung dieser Basis-Leistungen an

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