EUREKA sorgt für Spitzenleistungen heimischer KMU's

Aus der "Technologiemilliarde" stehen zusätzliche Mittel zur Förderung von Eureka-Projekten bereit

Wien (PWK) - Eine erfreuliche Bilanz zog Herwig Renner, Leiter des Verbindungsreferates für internationale Forschungs- und Technologiekooperationen, beim EUREKA-Tag 1997 in der Wirtschaftskammer Österreich. Mit mehr als 300 Teilnehmern an fast 200 Projekten ist Österreich in der Projektzusammenarbeit auf europäischer Ebene überdurchschnittlich erfolgreich. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnten Projekte unter österreichischer Federführung den EUREKA-Preis für das beste Umweltprojekt, den sogenannten Lillehammer Award, gewinnen. ****

"Nach wie vor ist es jedoch bisher nur einer relativ kleinen Elite vorbehalten, die Chancen zu nutzen, die EUREKA durch europäische F&E Kooperationen und den verbesserten Zugriff auf nationale Fördermittel bietet", betonte Renner. Um dieses Manko zu beseitigen, gab es beim EUREKA-Tag 1997 vor allem für kleine und mittleren Unternehmen (KMU) anhand von Fallbeispielen eine Fülle wertvoller Impulse und Tips zur internationalen Forschungszusammenarbeit. Wie sich die österreichischen KMU's zusätzliche Fördermittel aus der Technologiemilliarde holen können, erläuterte Klaus Schnitzer vom Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF), der die nationale Finanzierungs- und Förderungsstelle für Beteiligungen der österreichischen Wirtschaft an F&E-Projekten im Rahmen

von EUREKA ist. Da internationale Forschungskooperationen neben den EU Forschungs- und Technologieprogrammen zunehmend an Bedeutung gewinnen, hat das Wirtschaftsministerium nun angekündigt, dem FFF zusätzliche Mittel für eine bis Ende 1998 begrenzte Aktion zur Stimulierung von EUREKA-Beteiligungen bereitzustellen. Damit soll auch der Förderungsbarwert gegenüber reinen nationalen Projekten um 7 Prozentpunkte angehoben werden. 1996 hat der FFF insgesamt 18 EUREKA-Projekte mit rund 65 Mio Schilling an Zuschüssen und zinsbegünstigten Risikodarlehen gefördert. In den ersten 6 Monaten dieses Jahres waren es bereits 14 EUREKA-Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt 74 Mio Schilling.

Der Gewinner des Lillehammer Award 1997, Helmut Frömcke (EU-Koordinator der österreichischen Philips-Tochter IR3), stellte im Rahmen des EUREKA-Tages 1997 sein Projekt zur Reinigung von elektronischen Bauteilen durch Plasmatechnologie vor. Dabei handelt es sich um eine chemische Reinigung mit umweltfreundlichem Sauerstoff, wobei zwei ökologisch unbedenkliche Reaktionsprodukte entstehen.

Ein erfolgreiches EUROCARE-Projekt zur Entsalzung und Trockenlegung von Mauerwerk stellte Gerhard Diglas, geschäftsführender Gesellschafter des Wiener Gewerbebetriebes Kerasan (8 Mitarbeiter), vor. Im Rahmen des Projektes "Kerasanitate" wurden 4 denkmalgeschützte Objekte ausgewählt, an denen die Wirkungsweise des in Wien entwickelten Systems studiert und neue Erkenntnisse gewonnen werden sollen. Erste Berichte aus Venedig, Wien und Rostock bestätigen bereits die hervorragenden Eigenschaften des Verfahrens. "Durch das EUREKA-Forschungsprogramm ist Kerasan nicht nur international bekannt geworden. Wir konnten beweisen, daß auch Gerwerbetreibende erfolgreich forschen können", stellte Diglas fest.

Präsentiert wurde am EUREKA-Tag auch ein erfolgversprechendes Projekt aus der Mikroelektronik-Inititiative MEDEA. Die Firma IMS, ein mit Risikokapital finanziertes Wiener High-Tech Unternehmen, hat eine neue Technologie-Plattform für die Ionenstrahl-Lithographie entwickelt, deren aussichtsreichstes Anwendungsgebiet die Herstellung von Halbleitern ist. "Das Projekt bietet IMS die Chance des technischen und kommerziellen Durchbruchs, weil es gemeinsam mit einem potentiellen Anwender und einem Lizenznehmer entwickelt wird", erklärte Max Bayerl, Geschäftsführer der Fa IMS. Da die Lithographie eine Schlüsseltechnologie für die Herstellung von Computer-Chips ist, könnte Österreich mit dem Projekt "Ionenstrahl" einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Mikroelektronik leisten.

Das Programm EUREKA wurde bereits 1985 ins Leben gerufen und fördert die europäische Projektzusammenarbeit zwischen Industrie und Forschungsinstituten. Bei den Projekten handelt es sich um Vorhaben der marktnahen Forschung, die auf spezifische Produkte, Produktionsverfahren oder Dienstleistungen ausgerichtet sind. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie durch Kooperationen zu stärken. Mit ihren marktnahen Innovationen ist EUREKA eine Ergänzung zu den vorwettbewerblichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der EU.

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Dkfm. Herwig Renner
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