Gewerbeverein: AKNÖ-Präsident Staudinger für Sozialpartnerschaft "Brutal"

Wien (OTS) - Ein interessantes Interview gab AKNÖ-Präsident Josef Staudinger seiner Hauspostille "Treffpunkt AKNÖ", Ausgabe Juni 97:

Zur Arbeitsteilung Arbeitskammer und ÖGB stellt er umständlich einige hinkende Vergleiche an, um dann zum Kern zu kommen, der eine Sozialpartnerschaft im Sinne von konstruktivem "Miteinander" ad absurdum führt.

"Der Arbeiterkammer fehlen da einfach die Druckmittel, die eine Gewerkschaft hat. Die AK wäre (im Bereich der Kollektivverträge) einfach zahnlos. Der ÖGB hat mehr Möglichkeiten, seinen Forderungen Druck zu verleihen, auch durch Kampfmaßnahmen und Streik", so der Originalton des dem Interessensausgleich verpflichteten AKNÖ-Präsidenten Staudinger.

Der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins, Prof. Friedl Bakalowits meint dazu: Wenn ein Arbeitskammer-Präsident schon eine Werbeaktion für den ÖGB veranstalten muß, dann scheint es mit dem Mitgliederschwund dieser Vereinigung langsam unangenehm zu werden.

Wenn aber in einem Land, in dem sich Sozialpartnerschaft bislang hervorragend bewährt hat, "das" Argument für einen Beitritt zum ÖGB dessen erklärte Bereitschaft zu Kampfmaßnahmen ist, dann sollte auch die Arbeitgeberseite hinterfragen, inwieweit die vereinigte Arbeitnehmerseite noch Partner und nicht schon Gegner ist.

Das erfrischend ehrliche Interview des AKNÖ-Präsidenten hat jedenfalls in der breiten Öffentlichkeit klargestellt, daß die Arbeitnehmerseite nicht mehr primär daran interessiert ist, die Probleme von Österreichs Wirtschaft partnerschaftlich zu lösen. Kampf und Druck ist offen angesagt.

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