Israelitische Kultusgemeinde Wien klagt Zeitschrift WIENER wegen Hetzartikel

Wien (OTS) - Die Zeitschrift WIENER hat in ihrer soeben
erschienenen letzten Ausgabe Nr. 206/7/97 in einer an vergangene Zeiten gemahnenden Aufmachung ein Editorial und einen Artikel veröffentlicht, in welchem von angeblichen Skandalvorfällen in der Kultusgemeinde die Rede ist. Die Kultusgemeinde und ihr Präsident Paul Grosz stellen dazu fest, daß sämtliche dort genannten Vorwürfe falsch sind und offenbar dazu dienen sollen mit einer "vermeintlich spezifisch österreichischen Volksseele" Geschäfte machen zu können. Der WIENER glaubte sich ausrechnen zu können, mit Vorwürfen gegen die Kultusgemeinde hohe Verkaufsziffern zu erreichen. Es wird der Eindruck erweckt, die Israelitische Kultusgemeinde Wien würde Wiedergutmachungsgelder für undurchsichtige Geschäfte verwenden. Tatsache ist, daß die im Artikel genannten finanziellen Zuwendungen keine wie immer gearteten Wiedergut-machungszahlungen sind. Es handelt sich um Subventionen für Schulen und Unterrichtsprojekte, die aufgrund der Tatsache, daß es sich um soziale Einrichtungen handelt, vom Staat gefördert werden. *****

Unbeschadet davon, ob es sich um Projekte von Juden oder auch von Nichtjuden handelt, werden solche Vorhaben aufgrund ihrer Meriten beurteilt und gefördert. Im Gegensatz zu den Ausführungen im Artikel reicht z.B. beim Jugendberufsbildungszentrum (JBBZ) ein Vierzeiler des IKG-Präsidenten Paul Grosz nicht um Subventionsbeträge auszuzahlen. Vielmehr handelt es sich im gegenständlichen Fall um ein Projekt, das durch eine Initiative der öffentlichen Hand mehrere Jahre hindurch bearbeitet, in den entscheidenden öffentlichen Gremien diskutiert und dann bewilligt wurde. Das JBBZ hat einen allgemeinen Bildungsauftrag als Voraussetzung der Subvention erhalten und wird nicht nur Mitgliedern der Kultusgemeinde zum Zweck der Ausbildung zur Verfügung stehen. Das Projekt ist derzeit im Bau und wird frühestens im Herbst 1998 fertig sein. Es hat keinen Sinn zum derzeitigen Zeitpunkt Bildungsplätze zu vergeben oder Interessenten zu suchen. Deshalb ist die Behauptung, daß derzeit nur 2 Jugendliche einen Ausbildungsplatz suchen jedenfalls völlig irrelevant. Jedenfalls läßt sich wegen einer solcher fandenscheinigen, populistischen Begründung keine Grundlage für die infamen Vorwürfe der Zweckentfremdung von angeblichen Wieder- gutmachzahlungen begründen. Auch die übrigen Vorwürfe in diesem Artikel z.B. in Bezug auf das Maimonides Zentrum (MZ) sowie die Liegenschaftsverwertung der IKG sind falsche, aus dem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang gerissene Darstellungen. Die wesentlichen Vorwürfe sind Wiedergaben aus Publikationen die in vergangenen Jahren schon längst durch Gerichtsverfahren klargestellt wurden. Durch das Aufwärmen dieser Stories durch den WIENER werden die dort behaupteten Tatsachen nicht wahrer. Weder zahlt die IKG unberechtigte Gehälter und Abfertigungen noch unberechtigte Honorare an Anwälte. Sie verschleudert nicht Geld in Kenntnis des Umstandes, daß die ausbezahlten Beträge zu hoch sind. Es gibt keine Freunderlwirtschaft oder gar Schweigegeldzahlungen. Es gibt nichts was die Kultusgemeinde zu verbergen hat.

Aus diesem Grund wird die Kultusgemeinde nicht nur eine Gegendarstellung verfassen und den WIENER und die Autoren dieses infamen Artikels wegen Kreditschädigung und Ehrenbeleidigung klagen, sondern auch den Presserat anrufen um dort die Feststellung zu erlangen, daß die journalistischen moralischen Grundsätze durch die Veröffentlichung eines solchen Hetzartikels gröblichst verletzt wurden.

Israelitische Kultusgemeinde Wien
Präsident Hofrat Paul Grosz

Wien, am 24.Juni 1997

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