Einfalt statt Vielfalt in Wiens Jugendwohlfahrtspolitik

Richtungsweisendes Projekt "Krisenzentrum Fiduz" wird

Wien (OTS) - geschlossen =

Trotz Protesten der Rathausopposition und Warnungen
von Fachleuten und des Wiener Berufsverbandes Diplomierter SozialarbeiterInnen hat die zuständige Stadträtin und Vizebürgermeisterin Grete Laska entschieden, das richtungsweisende Projekt "Krisenzentrum Fiduz" mit September 1997 schließen zu lassen. Damit hat die phantasielose Politik des "Überstülpens" eines Konzeptes (Krisenzentrum Columbusgasse) über alle neuen Krisenzentren in Wien die Oberhand behalten. Zweiprofessionalität (SozialarbeiterInnen & SozialpädagogInnen) in Schnittstellenwohlfahrt sind - obwohl international längst Standard - bei der Gemeinde Wien nicht erwünscht.

"Hier wird eine richtungsweisende Einrichtung gesperrt, die wir in einigen Jahren um teures Geld wiedereröffnen werden müssen. Phantasieloses Handeln wider besseres Wissen", so Vorstandssprecher des Wiener Berufsverbandes Diplomierter SozialarbeiterInnen Georg Dimitz bei einer Diskussionsveranstaltung über Gewalt in der Familie.

Bei einer Ausschußsitzung des Gemeinderates Mitte Mai 97 wurde endgültig entschieden, daß das Krisenzentrum Fiduz mit der Eröffnung des Krisenzentrums Hanreitergasse (Wien 21, Stadterweiterungsgebiet) im September 97 geschlossen wird. Die Räumlichkeiten werden als Sozialpädagogische Wohngemeinschaft genutzt. Die bewährte Form der Zusammenarbeit zwischen SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen in einem Team wird seitens der Mag. Abt. 11 nicht weiter unterstützt. Argument seitens der Abteilungsleitung der Mag. Abt., Fr. Mag. Balic-Benzing, ist die "Fachliche Ausrichtung" (§6 des Wr. Jugendwohlfahrtsgesetzes). Ein Zustand der von 1991 bis 1997 offensichtlich im gesetzlichen Interpretationsrahmen lag...

Die im Fiduz arrangierte enge Zusammenarbeit zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik war im speziellen bei "Multiproblemfamilien" und ihren Kindern sehr erfolgreich. Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit den Ämtern für Jugend und Familie war eine rasche und effiziente Krisenarbeit möglich, ebenso wie eine gute Zusammenarbeit mit den sozialen Einrichtungen in der Region.

Für den Erhalt des Fiduz haben sich Einzelpersonen und Organisationen aller politischen Richtungen eingesetzt.

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Berufsverband Diplomierter
SozialarbeiterInnen
DSA Georg Dimitz
Tel.: 0664/1010043

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS