Arabischer Golf eröffnet neue Exportchancen

Österreichs Exporte nach Kuwait 1996 weiter gestiegen EU verhandelt mit Golf-Kooperationsrat

Wien (PWK) - Eine kürzlich von der Wirtschaftskammer Österreich durchgeführte Wirtschaftsmission nach Kuwait, Bahrain und Katar zeigte, daß die sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig kleinen Wüstenstaaten für das Exportgeschäft nach dem Golfkrieg wieder einen sehr nahrhaften Boden bieten. Zwei aktuelle Entwicklungen kommen den Ambitionen österreichischer Unternehmen am Arabischen Golf, wirtschaftlich Fuß zu fassen, besonders entgegen, berichtet Fritz Langer, Leiter des WKÖ-Referates Nahost: "Die Regierungen dieser wirtschaftlich sehr potenten Länder sind bestrebt, einerseits die Volkswirtschaft zu diversifizieren und auch kleinere Industrien aufzubauen und andererseits dem Privatsektor eine verstärkte Rolle zuzuweisen". ****

Bei der Investitionstätigkeit, die durch die günstige Entwicklung der internationalen Ölpreise einen Aufschwung erlebt, sei deutlich eine Schwerpunktverlagerung von staatlichen Großprojekten in Richtung Klein- und Mittelbetriebe zu bemerken. Dies kommt der österreichischen Wirtschafts- und Unternehmensstruktur entgegen, die um den Bedarf bei KMUs aus eigener Erfahrung entsprechend Bescheid wissen.

Besonders bei Konsumgütern des gehobenen Standards, Papier, Schnittholz, Investitionsgütern und Produktionsmaterialien bestehen für Österreichs Wirtschaft gute Lieferchancen, die sie auch immer mehr zu Nutzen scheint. Die negativen Auswirkungen des zweiten Golfkrieges sind weitgehend überwunden und Österreichs Exporte in diese drei Golf-Emirate ziehen wieder kräftig an. Betrug der Wert der österreichischen Warenlieferungen 1994 338,3 Mio. Schilling, machte er 1995 einen großen Sprung auf 522,8 Mio. und stieg 1996 erneut um rund 6 Prozent auf 555,1 Mio. Schilling. Die Exporte in die Staaten Bahrain und Katar, die jeweils nur etwa 500.000 Einwohner zählen, betrugen 1996 beachtliche 132,3 Mio. (Bahrain) und 108,3 Mio. Schilling.

"Neben reinen Warenlieferungen werden künftig aber auch neue Formen der Zusammenarbeit, wie die Errichtung von Joint-Ventures, Ausbildungsprogramme für Fachpersonal und Manager angeboten werden müssen", ist Langer überzeugt. Der Maschinenverkauf allein sei oft zu wenig, immer mehr werde sowohl am Ausbildungssektor als auch bei der Weiterentwicklung der Produkte Unterstützung verlangt.

Strukturbedingt weist die bilaterale Handelsbilanz mit den Golfstaaten seit Jahren ein hohes Aktivum zugunsten Österreichs auf. Die Importe aus Kuwait lagen 1996 bei 500.000 Schilling, aus Bahrain bei 2,7 Mio. und aus Katar bei 200.000 Schilling. Außer Rohöl wurden in letzter Zeit nur geringe Importe von elektrischen Maschinen und Geräten durchgeführt.

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Dr. Fritz Langer

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