Österreich: Im Schatten der Konflikte: Rotkreuz- Weltkatastrophenbericht 1997 Wien (ÖRK) - "Ein Inventar menschlichen Wahnsinns - aber auch

eine Dokumentation der ungeheuren Anstrengungen von Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz, menschliches Leid im
In- und Ausland wenigstens zu lindern" - das sei der soeben erschienene Weltkatastrophenbericht 1997 des Roten Kreuzes, sagt
der Sprecher des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), Bernhard Jany.

Die Fähigkeit von Staaten, Menschen in Not beizustehen und zu helfen, gebe es nicht mehr im früher gekannten Ausmaß. Die humanitären Organisationen wären daher "keine Lückenbüßer mehr," so Jany. "Sie tragen inzwischen die Hauptlast in der Betreuung
von Schwächsten und Verletzlichsten, ob im Kriegs- oder Katastrophenfall."

Diese "humanitäre Kultur" habe sich in den letzten beiden Jahrzehnten von Frankreich kommend, wo es sogar ein Ministerium
für humanitäre Angelegenheiten gibt, auch im restlichen Europa durchgesetzt - "wenn auch noch nicht im gewünschten Ausmaß", so Jany. Die humanitäre Hilfe sei mittlerweile überdies zu einem eigenen "Wirtschaftszweig" herangewachsen - zu einer Hilfs-Industrie, in dem "die Endverbraucher allerdings praktisch
keinen Einfluß auf die Menge und Qualität der Hilfe haben, die
sie erhalten", meint der Rotkreuz-Sprecher.

Für die Opfer hänge von den Reaktionen auf eine Katastrophe aber viel ab. Das Rote Kreuz strebt daher die Formulierung allgemeingültiger Qualitätsnormen für die Katastrophenhilfe an. Der "Code of Conduct", den das Internationale Rote Kreuz für die Zusammenarbeit mit anderen karitativen NGO´s erarbeitet hat,
findet "erfreulicherweise hohe Akzeptanz" bei den Hilfsorganisationen.

Neben der Erörterung von Schlüsselfragen, Methodologien und Fallbeispielen aus der Katastrophenhilfe enthält der Weltkatastrophenbericht 1997 auch eine umfangreiche "Katastrophendatenbank".

Weitere Auskünfte: ÖRK/Pressestelle
Mag. Robert Dempfer
Tel.: 01/58900-153
www.redcross.or.at
23.6.1997

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