Greenpeace/Umwelt/UN-Umweltgipfel UN-Umweltgipfel der leeren Worte Fünf Jahre nach Rio zieht Greenpeace alarmierende Bilanz

New York/Wien (OTS) - "Der globale Trend zur Umweltzerstörung hält seit dem Umweltgipfel von Rio 1992 unvermindert an", bilanziert die Umweltorganisation Greenpeace anläßlich des morgigen Auftaktes des UN-Umweltgipfels in New York. Greenpeace fordert alle Regierungen auf, die letzte Chance in diesem Jahrhundert zu nützen und für eine Trendumkehr hin zum Umweltschutz zu sorgen.

Scharf kritisiert Greenpeace-Sprecher Alexander Egit die bisherigen, unzureichenden Verhandlungsergebnisse: "Es ist erschütternd, daß keine konkreten Ziele festgelegt worden sind, sondern weiter der Kurs der leeren Worte gehalten wird. Stattdessen fordert Greenpeace Taten, d. h. mehr Umweltschutz anstelle ergebnisloser Umweltschutz-Konferenzen."

Die wichtigsten Forderungen von Greenpeace sind:

  • Reduktion der Treibhausgase um zwanzig Prozent (auf Basis von 1990) bis 2005.
  • Stopp der Abholzung der Primär-Wälder und alter Waldbestände; Verdreifachung der geschützten Waldgebiete bis 2002.
  • Reeduktion der Fischfang-Quoten der OECD-Staaten um 25 Prozent bis 2000.
  • International verbindlicher Ausstieg aus langlebigen organischen Verbindungen (vorwiegend Chlor-Verbindungen wie etwa Dioxine) und deren industriellen Quellen bis spätestens 2000. *Kein neuen Lagerstätten für Atomabfälle, keine Wiederaufbereitung, keine neuen Reaktoren, Ausstieg aus der Nuklear-Technologie *Die 1992 beschlossene Biodiversitäts-Konvention muß im Rahmen des Biosafety-Protokolls um ein Freisetzungsverbot von gentechnisch veränderten Pflanzen ergänzt werden; Patentierung von Leben darf nicht zugelassen werden. *Die internationale Entwicklungshilfe (ODA) muß auf 0,7 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes der OECD-Staaten angehoben werden.

Auch Österreich hat die Trendwende zu einer ökologisch vertretbaren Entwicklung noch nicht in Angriff genommen: Wachsende Verkehrslawinen, Verwässerung von Gesetzen im Bereich Abfallwirtschaft, Wasser und Pflanzenschutzmittel sowie unzulängliche oder fehlende Regelungen in den Bereichen Umweltverträglichkeits-Prüfung und Umwelthaftung lassen sich auf Dauer nicht durch schöne Worte bei internationalen Umwelt-Konferenzen wettmachen.

Besonders dramatisch bewertet Egit abschließend die Versäumnisse der österreichischen Klimaschutz-Politik: "Die Veruntreuung der Mittel aus der Klimamilliarde und die vorletzte Position Österreichs in der EU bei den Einspeisetarifen für erneuerbare Energien entlarven Politiker-Aussagen auf internationalen Konferenzen als ökologische Lippenbekenntnisse ohne Realitätsbezug."

Anm.: Als einziger Vertreter einer Umweltorganisation wird Greenpeace-Geschäftsführer Thilo Bode am 24. Juni 1997 ab 5.45 pm Ortszeit vor dem Plenum des Umweltgipfels sprechen.

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Greenpeace Österreich
Tel.: 0664-3262555

Mag. Alexander Egit

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