EU-Minister bewahren Humanität: Tellereisen dürfen nicht "human" genannt werden

Nun muß endlich der Import von Pelzen aus der Jagd mit

Wien (OTS) - Tellereisen untersagt werden =

Bei der gestrigen Sitzung des Rates der
EU-Umweltminister wurde deutlich, daß sich keine qualifizierte Mehrheit für die Annahme des "Übereinkommens über humane Fallenstandards" findet. Dieses tierfeindliche Übereinkommen hätte bestimmte Tellereisen und einige weitere grausame Fallentypen als "human" eingestuft. Damit muß nun endlich das bereits seit 1.1.1996 gültige Pelzimportverbot EU-weit vollzogen werden.

Die Vorgeschichte: Schon 1991 beschloß die EU ein Importverbot von Pelzen bestimmter Tierarten (z. B. Wolf, Otter, Luchs) aus Ländern, in denen Tellereisen in Verwendung sind. 1996 trat dieses Verbot in Kraft, wurde jedoch nur in den Niederlanden vollzogen. Anstatt ihren Verpflichtungen aus der EU-Verordnung nachzukommen, blockierte die Kommission den Vollzug des Importverbotes und versuchte auf Druck der USA, Kanadas und Rußlands, dieses Verbot durch die Deklaration von Tellereisen als "humane" Fallen hinfällig zu machen. Das "Übereinkommen über humane Fallenstandards" wurde jedoch mehrmals von den EU-Umweltministern als inakzeptabel zurückgewiesen.

Die Kommission setzte auf die Zermürbungstaktik, indem sie den Ministern immer wieder das gleiche schlechte Übereinkommen zur Beschlußfassung vorlegte. Doch auch gestern zeigten zumindest einige der Minister Rückgrat, darunter Minister Bartenstein. Schon in den Vorgesprächen wurde klar, daß Österreich, Großbritannien, Italien und Frankreich das Übereinkommen ablehnen und daher keine qualifizierte Mehrheit zustande kommt. Daher wurde das Thema nicht zur Abstimmung gebracht.

Clemens Purtscher, Referent von RespekTiere, Verein zur Beendigung von Tierleid: "Die Umweltminister haben klar gemacht, daß Tierquälerei nicht mit dem Wort 'human' geschmückt werden darf. Die Kommission muß dies endlich akzeptieren und ihren Widerstand gegen das Importverbot aufgeben."

Die Kommission hat jedoch anderes im Sinn. In ihrer Liste jener Länder, auf die das Importverbot nicht anzuwenden ist, weil sie sich an "humane" Fangnormen halten, scheinen auch Kanada und Rußland auf, obwohl in diesen Staaten jährlich Millionen Tiere in Tellereisen qualvoll sterben. Diese Liste wurde zwar in den zuständigen Ausschüssen abgelehnt, sie könnte jedoch trotzdem in dieser Form in Kraft treten, da sie im Rat einstimmig abgelehnt werden müßte. "Dies wäre der Gipfelpunkt in einer langen Serie von Verfehlungen der Kommission. Ich fordere die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten, auf, das Importverbot jetzt anzuwenden, und zwar auf alle Staaten, die Tellereisen nicht verbieten."

Rückfragen & Kontakt:

Clemens Purtscher
Tel.: 01/914 33 23
RespekTiere, Verein zur Beendigung von Tierleid

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