Blutplasma aus Österreich: Politisch erwünscht, wirtschaftlich benachteiligt

Gesundheitsministerin Hostasch besucht Plasmazentrum in Wien

Wien (OTS) - Eine der modernsten Einrichtungen zur Gewinnung von Blutplasma in Europa wurde heute (20. Juni) offiziell im Beisein von Gesundheitsministerin Hostasch in WIEN 7, KIRCHENGASSE 3, eröffnet. Das jüngste Plasmazentrum des Arzneimittelherstellers Immuno erbringt im Jahr 17.000 Liter des dringend benötigten Blutbestandteils. Plasma ist knapp: Zwei Millionen Liter muß die Europäische Union importieren. Um diesen Bedarf auszugleichen, müßten 120 Einrichtungen von der Leistungsfähigkeit des Wiener Zentrums errichtet werden. Diese Situation werde sich aber angesichts der ökonomischen Situation nicht bessern, im Gegenteil: Weil US-Plasma bei vergleichbarer Qualität kostengünstiger sei, würden Hersteller, die europäisches Plasma bei der Produktions von lebensrettenden Medikamenten verwenden, wirtschaftlich benachteiligt, sagte der Transfusionsmediziner Prof. Dr. Helmi Storch. Da die Verwendung europäischen Plasmas aber politisch gewollt sei, müsse die Politik auch auf die Kostenunterschiede reagieren. So könnten künftig kostentreibende Auflagen, die wissenschaftlich nicht begründet sind und die nichts mit der Sicherheit und Qualität des Plasmas zu tun haben, entfallen.

Die Immuno-Unternehmensgruppe wurde Ende 1996 von Baxter mehrheitlich übernommen und ist seither ein Teil der amerikanischen Unternehmensgruppe. Ende Juni wird der letzte Schritt der Übernahme abgeschlossen sein. Baxter ist ein führender Anbieter von medizinischen und medizintechnischen Produkten, unter anderem auf den Gebieten Transfusionsmedizin und Plasmapräparate.

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