Lauschangriff: Neumann fordert Ausnahme für Ordinationen

Ärztepräsident sieht Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt bedroht - Beichtstuhl, Odinationen und Anwaltspraxis sind gleich zu behandeln

Wien (OTS) - Die Ordinationen dürfen keinesfalls zum Ziel von Lauschangriff und Rasterfahndung werden. Diesen Appell richtete der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Prim. Dr. Michael Neumann, Freitag in einem Telegramm an Bundeskanzler, Vizekanzler, Justizminister, die Klubobleute der Parlamentsfraktionen und die im Nationalrat vertretenen Ärzte.

Vor dem Hintergrund der parlamentarischen Abschlußberatungen wies Neumann in seinem Schreiben auf die besondere Stellung der ärztlichen Ordination hin und erwähnte in diesem Zusammenhang Beichtstuhl und Anwaltspraxen, für die man Ausnahmeregelungen überlege. "Zerstören Sie daher bitte auch das jahrtausendealte Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient nicht!", so der Ärztepräsident an die hohen Politiker. Gerade in einer Ordination würde wohl wesentlich weniger über organisierte Verbrechen gesprochen als in einer Anwaltspraxis. Da damit keine Lücken in kriminaltechnische Vorgänge gerissen würden, seien Ordinationen aus den diskutierten, sehr eingreifenden Fahndungsmethoden herauszuhalten, forderte der Ärztechef abschließend. (Schluß)

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