Vier Geräte werden gegen plötzlichen Kindstod eingesetzt

Untersuchungen sollen Verdacht auf Anomalien abklären

St. Pölten (OTS) - Dem plötzlichen Kindstod von Neugeborenen und Säuglingen wird jetzt entschieden der Kampf angesagt: Durch den Ankauf von vier Polysomnographiegeräten für die Krankenhäuser Krems, Tulln, Wiener Neustadt und Zwettl, der gestern von der NÖ Landesregierung beschlossen wurde, haben jetzt alle Kinderabteilungen der heimischen Spitäler die Möglichkeit, bei Verdachtsfällen einzugreifen. Bisher verfügten schon die Krankehäuser Mistelbach, Mödling und St. Pölten über derartige Geräte. Das berichtete heute Gesundheits-Landesrat Ewald Wagner. Die Geräte werden mit je 200.000 Schilling aus der Regional-Sonderaktion Gesundheit subventioniert, die aus Mitteln der EVN-Privatisierung gespeist wird.

Und so funktioniert die Aktion gegen den Kindstod in Niederösterreich: Die Eltern aller neugeborenen Kinder erhalten einen Fragebogen, in dem sie drei Wochen lang Angaben über das Verhalten der Säuglinge eintragen. Die Fragebögen werden im betreffenden Krankenhaus ausgewertet. Lassen sich bei diesem Screening Auffälligkeiten feststellen, werden die Eltern eingeladen, ihr Kind zu einer Schlafuntersuchung mit einem Polysomnographiegerät in das Krankenhaus zu bringen. Dabei werden unter anderem die Atemfrequenz, die Herzleistung, die Sauerstoffsättigung des Blutes und Schnarchgeräusche registriert. Die Auswertung der Kurven durch den Computer bringt entweder die Entwarnung oder bestätigt den -glücklicherweise eher seltenen - Verdacht auf eine mögliche Gefährdung. Dann erhalten die Eltern ein kleines Atem-Alarm-Gerät mit nach Hause und werden auch für den Extremfall in der Reanimation von Säuglingen geschult. Der Einsatz der Polysomnographiegeräte und die ganze Aktion gegen den plötzlichen Kindstod sei zweifellos von enormer Bedeutung, hielt dazu Wagner heute fest. Zum einen könnten derart Leben von Säuglingen gerettet und viel seelisches Leid verhindert werden. Auch könne man so vermeiden, daß schuldlose Elten sich jahrelang Vorwürfe machen, zuwenig aufmerksam gewesen zu sein, wenn ihr völlig gesundes Kind ohne jede Vorwarnung während des Schlafes stirbt. Zum anderen stelle der Einsatz dieser Geräte eine weitere wirksame Maßnahme dar, um die in den letzten Jahren erfreulicherweise gesunkene Sterblichkeit bei Säuglingen noch weiter zu vermindern. Der plötzliche Kindstod sei auf diese Art und Weise nicht völlig zu verhindern, aber die Fälle können laut internationalen Erfahrungen um rund zwei Drittel reduziert werden. Mittel der öffentlichen Hand würden also äußerst sinnvoll und effizient eingesetzt. Die Aktion gegen den plötzlichen Kindstod sei ein Teil jener Leistungsexplosion auf dem Gebiet des Gesundheitswesens in Niederösterreich, die - verglichen mit der Debatte über die Kosten und die Spitalsfinanzierung - leider viel zu wenig Beachtung findet, sagte Wagner.

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