Bartenstein 2 - Kampf der Jugendarbeitslosigkeit auch mit marktfernen Methoden

Elternbildung soll immer freiwillig sein

Auf Anregung Bartensteins wurden im Schlußkommunique auch das Problem der Jugendarbeitslosigkeit aufgenommen. Es wurde die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Familien, dem Bildungssystem und den Arbeitgebern betont. Im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit sollten nicht nur marktkonforme Methoden eingesetzt werden, wie die Minister ausdrücklich betonten.

Elternbildung zur Unterstützung

Der Wandel in den Familienstrukturen, dokumentiert etwa durch eine steigende Anzahl von Alleinerzieherinnen und neue familiäre Beziehungskonstellationen, stelle neue Herausforderungen an die Familien- und Jugendpolitik, betonten die Minister. Das Ziel der Familie, Kinder in die Gesellschaft zu integrieren und zu verantwortungsbewußter Gemeinschaft zu befähigen, sei heute mehr denn je unverzichtbar, hieß es.

Jugendlichen und Eltern müßten zur Lösung der Probleme entsprechende Hilfsangebote und Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt werden. Dies betrifft nach Ansicht der
Konferenzteilnehmer vor allem die Elternbildung, in dem qualitativ hochwertige Expertenhilfe den Eltern bei der Lösung von Erziehungsaufgaben angeboten werden soll. Als Maßnahme moderner persönlichkeitsbildender Erwachsenenbildung soll sie keine vorgefertigte Erziehungsrezepte liefern, sondern im aktiven Erfahrungsaustausch zur bewußten Auseinandersetzung mit Elternschaft, Erziehung und Familie anregen und damit das Selbsthilfepotential der Eltern mobilisieren. Die Freiwilligkeit
bei der Inanspruchnahme von Elternbildungsangeboten solle
Grundsatz bleiben, bekräftigte Minister Bartenstein.

Gerechtigkeit für die Familien

Er hob hervor, daß den zahlreichen Leistungen der Familie - von der Erziehung über die Vermittlung von Werten bis hin zur Pflege älterer Menschen und der Erhaltung des Generationenvertrages -heute eine objektive Verschlechterung ihrer ökonomischen Situation gegenüberstehe. "Wir müssen die unverzichtbaren Leistungen der Familie für die Gesellschaft sichtbarer machen, und wir werden diesen Umstand auch im Bereich des Familienlastenausgleiches neu
zu verankern haben", sagte Bartenstein. Das Prinzip der Gerechtigkeit stehe auf dem Spiel, warnte der Minister, wenn die Gesellschaft zwar von den Leistungen der Familie profitiere, es
aber um die Rahmenbedingungen für diese familiären Leistungen immer schlechter bestellt sei.

Die Beratungen der 25. Familienministerkonferenz des
Europarates in Wien werden Gegenstand des Europarat-Treffens der Regierungschefs sein, das vom 10. bis 11. Oktober 1997 in
Straßburg abgehalten wird.

(Schluß)

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Dr. Ingrid Nemec
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