Gewerbeverein: Krankenkassen schädigen Patienten und Versicherte

Wien (OTS) - Was am 3. August 1992 im "Spiegel" als gesichertes medizinisches Wissen verbreitet wurde, ist noch nicht zu den Fachleuten im Medizinalbereich vorgedrungen: Magengeschwüre werden zum Großteil von Bakterien hervorgerufen und nicht ursächlich von einer Übersäuerung des Magens.

Der Vorstand der Grazer Universitätsklinik, Univ. Prof. Günter Krejs hat nun am medizinischen Fortbildungslehrgang "Update in Innerer Medizin 1997" berichtet, daß Chefärzte bis heute die falsche und antiquierte Therapie genehmigen.

Was geht das den Österreichischen Gewerbeverein an?

+ Es ist ein Skandal, daß medizinisches Basiswissen mindestens fünf Jahre braucht, bis es vom Nachrichtenmagazin "Spiegel" in die abgehobenen Etagen der Chefärzte gelangt.

+ Dadurch werden Unsummen von Krankenkassengeldern verschleudert, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu bezahlen haben.

+ Wenn man die weiteren Skurrilitäten des genannten Kongresses analysiert, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß der Stand der praktizierenden Medizin, weit hinter dem Wissen eines vorwiegend politischen Nachrichtenmagazins hinterherhinkt.

+ Damit ist aber auch eine Menge Leid für die betroffenen Patienten verbunden.

Laut OGH-Rechtssprechung (6 Ob 549/89) hat der Patient aus dem Behandlungsvertrag das Recht auf Anwendung der nach dem Stand der Wissenschaft sichersten Maßnahme der Risikominderung bei ärztlichen Eingriffen; ein nicht dem Standard entsprechender Einsatz führt zu Schadenersatz.

Der versicherte Zahler hat das Recht, darauf vertrauen zu können, daß die Krankenkassen die billigste und wirksamste Methode verschreiben: dies gilt für niedergelassene wie für Chefärzte. Nach dem Fortbildungslehrgang "Update in Innerer Medizin 1997" kommen hier berechtigte Zweifel auf. Vielleicht sollte die Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales dort den Hebel ansetzen, um ihre Budgetnöte in den Griff zu bekommen!

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