Dank der Politik: Reha-Kosten öS 10.000 für 3 Wochen!

Wien (OTS)- Schon die Sparpakete 1 und 2 haben nicht nur für behinderte und pflegebedürftige Menschen drastische finanzielle Einschränkungen erzwungen, auch die Umgebung leidet unter diese "undurchdachten Sparwut". Die Öst. Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, Dachorganisation der Behindertenverbände, zeigt dies am Beispiel einer Person auf.****

Luwig M. ist 45 Jahre alt, seit 21 Jahren nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall querschnittgelähmt. Er bezieht Pflegegeld der Stufe 4 (öS 8.535,-/12x jährl.) und bezieht nur eine minimale Rente. Herr M. hat mittlerweile starke Abnützungserscheinungen im Schultergürtel und durch eine eingeschränkte Blasen-Darm-Funktion immer häufigere Infektionen in diesem Bereich. Ein dreiwöchiger Aufenthalt im Rehabilitationszentrum wurde unumgänglich. Aber:

Schon ab dem zweiten Tag Aufenthalt wird ihm das Pflegegeld entzogen. Verlust: öS 5.690,-. Für tägliche anfallende Unterstützung bei Pflege hat Herr M. eine Frau geringfügig beschäftigt. Diese Kraft benötigt er während seines Aufenthaltes im Rehabilitationszentrum nicht, dennoch muß er sie bezahlen. Verlust: öS 2.750,-. Bei Aufenthalten in Kur- oder Rehabilitationszentren wird ein Selbstbehalt eingefordert, der sich nach der Höhe des Einkommens richtet. Von Herrn M. zu bezahlen: öS 2.100,-.

Allein die Tatsache, daß Herr M. dringend Maßnahmen setzen muß, um seine körperliche Konstitution wiederherzustellen, kostet ihn daher auf Beschluß der österreichischen Regierung öS 10.540,-. Andere Verschlechterungen wie der Wegfall des Körperbehindertenfreibetrages sind dabei noch gar nicht eingerechnet.

"Wäre Ludwig M. verheiratet, könnte er vielleicht auf eine angestellte Mitarbeiterin verzichten", so ÖAR-Präsident Dr. Klaus Voget. "Aber der finanzielle Verlust wäre dann noch größer. Denn seine Gattin könnte keiner geregelten Arbeit nachgehen."

Rückfragen: ÖAR
Birgit Primig-Eisner
Tel. 513 15 33-116

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