Neue politische Strategie: Kaufkraft schmälern!

Wien (OTS)- Die Regierung will das Pflegegeld weitere zwei Jahre auf den Stand des Jahres 1995 einfrieren. Gleichzeitig wird immer wieder die Forderung nach der Schaffung von Arbeitsplätzen im Pflegebereich laut. Dr. Klaus Voget, Präsident der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (Dachorganisation der Behindertenverbände): "Die Kaufkraft der Konsumenten wird verringert, die Anbieter werden mehr, können aber nicht bezahlt werden. Ist es das, was die Regierung unter Arbeitsmarktpolitik versteht?".****

Das Pflegegeld ist lediglich ein geringer Zuschuß zu den tatsächlichen behinderungsbedingten finanziellen Mehraufwendungen. "Nimmt man alle bisherigen Einsparungen und die neuesten Pläne zusammen", so Voget,"dann wirkt der Zuschuß durch das Pflegegeld angesichts der wahren Kosten einer Behinderung nur noch als politische Beruhigungspille." Denn das Bestreben, durch das Pflegegeld die Integration behinderter Menschen zu fördern, wird immer mehr ad absurdum geführt.

Sollte das Pflegegeld tatsächlich weiter eingefroren werden, bewirkt allein die Inflation einen Kaufkraftverlust von bis zu öS 15.500,-. Eine Pflegestunde kostet derzeit zwischen öS 350,- und öS 450,-. Jeder einzelne Pflegeschilling ist für die betroffenen Personen wichtig. "Die PolitikerInnen haben keine Ahnung, was es bedeutet, auf notwendige Pflege aus finanziellen Gründen verzichten zu müssen", ärgert sich Voget. "Dinge, die für PolitikerInnen völlig selbstverständlich sind wie etwa eine modische Garderobe, sind für behinderte Menschen absoluter Luxus. Wo sind da die Relationen?"

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