Sallmutter kritisiert "Verunsicherung der Versicherten"

Krankenkassen sorgen für Qualität und Kostenbewußtsein

Wien (OTS) - Vor einer Verunsicherung der Österreicher warnte am Dienstag der Präsident des Hauptverbandes, Hans Sallmutter:"Da gibt es Universitätsprofessoren, die mit Unwahrheiten Kritik am leistungsfähigen System der Krankenversicherung üben und es nicht einmal der Mühe wert finden, sich richtig zu informieren".

Konkret geht es dabei um die Behauptung von Univ.- Prof. Dr. Günter Krejs im Rahmen eines Fortbildungslehrganges, die Krankenkassen würden moderne Behandlungsmethoden behindern. Tatsächlich ist das von ihm angeführte Beispiel völlig aus der Luft gegriffen: Protonenpumpenhemmer zur Eradikation des Helicobacter pylori, Verursacher von Magen- und Darmgeschwüren, sind nämlich seit nahezu 2 Jahren frei verschreibbar. Ein Blick ins Heilmittelverzeichnis des Hauptverbandes macht dies für alle Ärzte ersichtlich.

"Gerade jener Professor Krejs hat unsere Einladung zur Zusammenarbeit zurückgewiesen", zeigte sich Sallmutter über die aktuelle Wortmeldung des Mediziners verwundert. Im Juli 1995 habe der Hauptverband im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes Arznei & Vernunft, an dem neben Sozialversicherung auch die Phramaindustrie, die Ärzte-und Apothekerkammer sowie das Ministerium und Patientenvertreter eng zusammenarbeiten, Prof. Krejs als damaligen Vorsitzenden der Fachgesellschaft für Gastroenterologie eingeladen, an der Entwicklung moderner Standards des Einsatzes von Magen- und Darmtherapeutika mitzuwirken. "Bis heute ist uns der Herr Professor eine inhaltliche Stellungnahme schuldig", sagte Sallmutter. "Wir sind aber zuversichtlich, daß der neue Vorsitzende der Gesellschaft die Kooperation mit der Sozialversicherung und der Pharmawirtschaft als Chance aufgreifen wird."

Am Rande: Auch die Behauptung von Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner, wonach Insulin für Diabetiker vor 20 Jahren nicht frei verschreibbar gewesen sei, ist nicht nur "skurril" sondern schlicht falsch.

Von einer "Schikane der Chefarztpflicht" zu sprechen, bezeichnete Sallmutter ganz allgemein als absurd, da in Österreich 97% aller auf Kassenkosten verordneten Arzneimittel frei verschreibbar sind. "Wir haben jedoch auch in diesem Bereich auf Effizienz zu achten und beraten uns dabei laufend mit hochkarätigen medizinischen Experten. Qualität und Wirtschaftlichkeit sind die Leitlinien für die Zukunft," so Sallmutter.

Rückfragen: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Pressestelle: 01-71132-1123

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