Maderthaner: Wirtschaft braucht die "neuen Beamten"

Preisverleihung an "Amtsmanager '97" auf der UTEC in Tulln - "Vorzeigebeamte mit Eigeninitiative und Engagement"

Wien (PWK) - ACHTUNG: S P E R R F R I S T 15.00 UHR ****

"Österreichs Wirtschaft braucht die neuen Beamten. Vorzeigebeamte, die sich durch Eigeninitiative, persönlichen Einsatz und Engagement auszeichnen und denen Obrigkeitsdenken fremd ist", gratulierte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Leopold Maderthaner, den ersten Preisträgern des von der Wirtschaft gestarteten Wettbewerbs zum "Amtsmanager '97". Die mit diesem Titel ausgezeichneten Beamtinnen und Beamten aus allen Teilen Österreichs haben sich speziell um eine rasche Abwicklung der Genehmigungsverfahren verdient gemacht und damit zur Standortsicherung Österreichs beigetragen, erklärte der Präsident Dienstag nachmittag anläßlich der Preisverleihung im Rahmen der Umwelt-Fachmesse UTEC '97 in Tulln.

Die heute ausgezeichneten Preisträger beweisen, daß man bereits bei bestehender Gesetzeslage Verfahren beschleunigen kann: durch gezieltes Verfahrensmanagement, durch den Einsatz moderner Kommunikationstechnologien (Stichworte: Internet, Laptops bei Verhandlungen an Ort und Stelle) und durch eine neue Denkweise in der Verwaltung, führte Maderthaner weiter aus. So wie die Wirtschaft sich an dramatisch geänderte Rahmenbedingungen anpassen mußte, so dürfe sich auch die Verwaltung fundamentalen Änderungen nicht verschließen. "Management, Effizienz und Kostenbewußtsein sollen nicht länger Fremdwörter sein, sondern Teil der Verwaltung selbst werden". Daß dies auch tatsächlich möglich ist, zeigten die "Amtsmanager", die für ihr atypische Vorgehen von Kollegen, Vorgesetzten oder Neidern oft angefeindet und kritisiert wurden, unterstrich Maderthaner.

Mit dem Amtsmanager-Bewerb will die Wirtschaftskammer Österreich aufzeigen, welche Möglichkeiten der Verfahrensbeschleunigung allein im praktischen Vollzug und in der Behördenorganisation stecken und welcher Zeitgewinn für die Antragsteller durch optimierten EDV-Einsatz, koordinierte Vorbereitung der Projekte mit den Amtssachverständigen sowie durch Verfahrenskonzentration erreicht werden kann, betonte der Leiter der Umweltpolitischen Abteilung und Initiator des Wettbewerbs, Stephan Schwarzer. Vom Gesetzgeber erwartet die Wirtschaft darüber hinaus die Schaffung eines neuen, einheitlichen Anlagenrechtes in einer zusammenfassenden Kodifikation. Diese soll die Vielzahl von Einzelgesetzen auf Bundes- und Landesebene ersetzen. "Weniger Rechtsvorschriften, weniger Verfahren, aber Konzentration der Genehmigungsverfahren und verbesserte Abwicklung und nicht zuletzt Gleichbehandlung von Anlagenbetreibern sind die wesentlichen Merkmale dieses von uns geforderten neuen Anlagenrechtes".

Wie der Vorsitzende der Fachjury, Univ.Prof. Walter Barfuß, in seiner Ansprache feststellte, übertrafen die nahezu 170 eingetroffenen Nominierungen alle Erwartungen. In ganz Österreich schien reges Interesse am Aufspüren des "Amtsmanagers" zu bestehen. Bei der Bewertung der eingelangten Vorschläge ging die Jury von der Zahl der Nominierungen, der Vorbild- und Breitenwirkung sowie von der Koordinierung und Zusammenarbeit mit anderen Behörden aus. Dazu wurde noch ein "offenes", d.h. subjektives Kriterium gewürdigt, wie bespielsweise die bereits aus anderen Quellen und Erfahrungen bekannten Verdienste einiger Preisträger.

Die Jury einigte sich darauf, zwei erste Preise zu vergeben: An Dr. Maria Luise Stangl sowie an Dr. Josef Öberseder von der BH Grieskirchen. Stangl ist seit 10 Jahren im Amt der Steiermärkischen Landesregierung für Betriebsanlagen (Großanlagen) zuständig. Mit Projekten wie der "Wirtschaftspartnerschaft Steiermark" hat sie es geschafft, ein günstiges Klima für Investitionen zu schaffen und die Steiermark zu einem attraktiven Standort für Industriebetriebe zu machen. Öberseder hat im Rahmen eines Pilotversuches (1992 - 1994) die Organisation der BH so umgestaltet, daß nur noch eine einzige Abteilung für die Erteilung aller Genehmigungen zuständig ist. Gemeinsam mit seinem Partner, dem Amtssachverständigen DI Wolfgang Hüthmair, gelingt es Öberseder, Anlagen in durchschnittlich 74 Tagen zu genehmigen. Besonders bedeutsam dabei ist, daß dieses Modell für alle österreichischen Bezirksverwaltungsbehörden anwendbar ist.

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Doz. Dr. Stephan Schwarzer
Tel. 501 05 DW 4197

Abteilung für Umweltpolitik

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