Stützkräfte für fremdsprachige Kinder in NÖ Kindergärten Auch Informationen in mehreren Sprachen werden angeboten

St. Pölten (OTS) - In Niederösterreich bemüht man sich intensiv, die fremdsprachigen Kinder von Gastarbeiterfamilien in den Kindergärten zu integrieren. Wie Landesrat Traude Votruba heute berichtete, werden fremdsprachige Stützkräfte dafür eingesetzt, die Kommunikationsprobleme zwischen den Kindergartenpädagoginnen und den Kindern sowie deren Eltern auszuräumen. Die Stützkräfte sollen auch wichtige Informationen an die Eltern der fremdsprachigen Kinder weiterleiten. Schließlich sollen sie bei der Sprachentwicklung mithelfen, also dafür sorgen, daß die Gastarbeiter-Kinder ihre eigene Muttersprache gut erlernen. Derzeit arbeiten 15 fremdsprachige Stützkräfte, die jeweils bis zu fünfzehn Kindergartengruppen mit insgesamt bis zu 60 Kindern ambulant betreuen. Davon kommen fünf Frauen aus dem ehemaligen Jugoslawien, ein Mann und acht Frauen aus der Türkei und eine Frau aus Tschechien. Insgesamt werden landesweit rund 600 fremdsprachige Kinder in etwa 100 Gruppen betreut. Dieses Modell funktioniert seit 1990, fügt sich aber auch hervorragend in die Aktivitäten zum heurigen "Europäischen Jahr gegen Rassismus" ein. 1998 will man eine berufsbegleitende Qualifikation für die Stützkräfte organisieren, wobei geplant ist, daß die EU im Rahmen des Projektes "Comenius" die Kosten mitfinanziert. Um alle Eltern über die heimischen Kindergärten zu informieren, wird in Mehrjahresabständen eine Broschüre aufgelegt. Die Texte dieser Broschüre werden in mehrere Sprachen übersetzt und die Kopien beigelegt, damit auch Gastarbeiterfamilien die notwendigen Informationen erhalten. Zudem wird für die Stützkräfte ein eigener Arbeitsbehelf geschaffen, der den Kontakt zwischen fremdsprachigen Eltern und Kindergarten fördern soll.

Ziel dieser Maßnahmen ist die Integration fremdsprachiger Kinder in den Gruppen, hielt dazu Votruba fest. Wie die Praxis zeige, geschehe dies fast überall ohne Probleme, wobei das Engagement der Kindergartenpädagoginnen hervorzuheben sei. Votruba: "Wir würden gerne noch mehr Stützkräfte einsetzen, um den Kindergärtnerinnen bei ihrer Arbeit zu helfen. Wir stoßen dabei freilich auf Grenzen." Auch sei bemerkenswert, daß sich die Gastarbeiterkinder in den meisten Fällen ohne besondere Probleme in die Gruppen einfügen und von den österreichischen Kindern ganz locker akzeptiert werden. "Beim Spielen kommen die kleinen Leute eben zusammen", erläuterte Votruba.

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