Lehrlingspaket 97: Erster Schritt in richtige Richtung

Politik anerkennt die Ausbildungsleistungen der Betriebe - Viele Wünsche der Wirtschaft noch offen

Wien (PWK) - Die nunmehr vom Parlament beschlossenen Änderungen im Jugendschutz (insbesondere die Senkung des "Schutzalters" auf das 18. Lebensjahr) und im Berufsausbildungsrecht, etwa die Erleichterung der Ausbilderprüfung, sind erste richtige Schritte in die richtige Richtung, um mehr Lehrlinge beschäftigen zu können. Auch die Ansätze zu einer finanziellen Entlastung der Ausbildungsbetriebe (Entfall der Dienstgeberbeiträge zur Krankenversicherung im ersten bis dritten Lehrjahr, allerdings finanziert durch eine Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge der Dienstgeber bei den Angestellten) werden von der Wirtschaft akzeptiert. Weitere Maßnahmen zur Entlastung der Ausbildungsbetriebe werden aber noch folgen müssen. ****

"Das Lehrlingspaket sendet sicherlich positive Impulse aus und zeigt den Betrieben, daß die Politik zu erkennen beginnt, was die Betriebe im Ausbildungssektor für die Gemeinschaft leisten. Die hohen Kosten sogenannter Sonderprogramme, mit denen bestenfalls einige tausend Jugendliche mit Finanzmitteln in Milliardenhöhe zusätzliche Ausbildungsplätze erhalten könnten, zeigt auf, was die Wirtschaft mit ihrem Ausbildungsengagement für mehr als 135.000 Jugendliche Tag für Tag investiert", stellt der Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Günter Stummvoll, fest. In diesem Zusammenhang sei es aber schon erstaunlich, wenn die öffentliche Hand die bisher für die Lehrlingsausbildung keine Mittel zur Verfügung hatte, für Sofort- und Sondermaßnahmen nun durchaus Milliardenbeträge auszuschütten bereit ist. Mit diesen Finanzmitteln könnte man die Ausbildungsbetriebe noch deutlicher entlasten und damit mehr neue Lehrplätze schaffen, soferne auch die Rahmenbedingungen stimmen.

In diesem Zusammenhang weist die Wirtschaft auf die immer noch überaus restriktive Haltung der Gewerkschaft hin: Weder war es möglich, im Tourismus die Beschäftigung von jugendlichen Lehrlingen bis 23.00 Uhr zu ermöglichen, noch konnten bisher wesentliche Erleichterungen für die Betriebe bei Probe- und Behaltezeit erreicht werden. Auch das Thema der Auflösbarkeit von Lehrverträgen bei Unfähigkeit oder Unwilligkeit des Lehrlings, das Lehrziel zu erreichen, ist für die Wirtschaft nicht vom Tisch! "Wir können nicht mit 'quasi pragmatisierten Lehrlingen' leben und sie unter einen Glassturz stellen, wenn wir die Betriebe auf der anderen Seite zur Aufnahme von mehr Jugendlichen, unter Umständen auch von weniger Qualifizierten, ermuntern wollen", betont Stummvoll.

(Schluß) RH

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